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Im Zentrum am Fluss - Wohnen, Leben, Arbeiten

Promenade an der Sieg

Promenade an der Sieg

Dreigiebelhaus in Hennef-Warth

Dreigiebelhaus in Hennef-Warth

Lindenhof im Zentrum

Lindenhof im Zentrum

Heymershof im Zentrum

Heymershof im Zentrum

Marktplatz

Marktplatz

Marktplatz bei Nacht

Marktplatz bei Nacht

Chronos Waage

Chronos Waage

Belegschaft des Chronos-Werkes 1883

Belegschaft des Chronos-Werkes 1883

Place Le Pecq

Place Le Pecq

Rathaus

Rathaus

Wir starten unsere Tour am Horstmannsteg, wo man einen unmittelbaren Eindruck davon bekommt, wie eng in Hennef Stadt, Fluss und Landschaft miteinander verbunden sind. Während auf der einen Seite die Siegaue und der 2006 wiederbelebte Altarm der Sieg in friedlicher Ruhe liegen, grenzt am anderen Ufer die innerstädtische Bebauung bis fast ans Wasser. Wir erkennen beim Blick in die Stadt links und rechts des Horstmannsteges die Hochwasserschutzmauern. In diesem Abschnitt finden Sie die Artikel "Industrialisierung, Chronos-Waage und die Meys Fabrik", "Rathaus Hennef", "Höfe im Zentrum", und "Von Jacobi zum Entwicklungsgebiet Hennef-Mitte: Wandel eines Stadtviertels".

Seit 2005 gibt es entlang der Stadtseite der Sieg eine durchgehende Promenade für Spaziergänger und Fahrradfahrer, der wir in westliche Richtung bis zur großzügigen Freitreppe folgen. Noch vor einigen Jahren hätten wir hier auf dem Gelände der Firma Chronos Reuther & Reisert GmbH gestanden, die ihren Ursprung in der von Carl Reuther und Eduard Reisert 1881 gegründeten Maschinenfabrik hatte, in der die legendäre erste automatische, eichfähige Waage der Welt, die „Chronos Waage“, hergestellt wurde. Die Werksmauer ging bis unmittelbar an die Sieg. 1989 hat die Stadt das Gelände aufgekauft. Heute findet man hier ein modernes Wohn- und Einzelhandelsgebiet, das “Chronos-Areal“. Zeugen der Vergangenheit: Sheddachhalle und Feuerwehrturm der alten Fabrik und die ehemaligen Bürogebäude, die ein Stück Hennefer Industriegeschichte verkörpern und unter Denkmalschutz stehen. Heute befindet sich hier ein Fitnesscenter und wieder arbeiten Menschen an Maschinen, diesmal jedoch ganz freiwillig und in ihrer Freizeit.

Auf einem anderen Teil des ehemaligen Chronos-Geländes, direkt neben der Sheddachhalle, steht das 1999 fertig gestellte neue Rathaus, nur wenige Meter weiter an der Frankfurter Straße das 1912 gebaute Historische Rathaus, dessen alter Sitzungssaal – im Krieg vollkommen zerstört – heute Trauzimmer ist.

An der Frankfurter Straße gehen wir weiter in westliche Richtung und entdecken auf kleinem Raum gleich fünf historisch bedeutsame Gebäude: die Wasserburg, die drei Höfe aus der Zeit des Barock – Lindenhof, Proffenhof und Heymershof – und das Kinder- und Jugendhaus an der Ecke Frankfurter Straße / Königstraße, das 1892 als Amtsgericht erbaut wurde. Ebenfalls in diesem Bereich des Zentrums: die 1878 gegründete Gebr. Steimel GmbH & Co. Maschinenfabrik, die letzte aktive Firma aus der Hennefer Gründerzeit.

Zwischen Steimel und Heymershof biegen wir in die Steinstraße ein, passieren linker Hand direkt nach der Firmenbebauung die 1893 errichtete alte Schule (Steinstraße 4), biegen nach gut 200 Metern rechts in die Abtsgartenstraße ein, der wir 50 Meter folgen, bis wir auf dem Kirchhof der alten Hennefer Kirche stehen, deren Zwiebelturm als Turm der Friedhofskapelle erhalten ist. Der neugotische Kirchenneubau St. Simon und Judas entstand ebenfalls 1893. Auf dem alten Friedhof sind zahlreiche historische Grabsteine erhalten. Für diesen Standort wird im Jahre 1075 erstmals eine Kirche „in Hanafo“ erwähnt. Mit anderen Worten: Wir stehen hier inmitten der historischen Ursprünge Hennefs – und finden schnell auch die Wiege der Hennefer Industrie: Hinter der Mauer des alten Friedhofes zur Siegfeldstraße sehen wir ein kleines, schön renoviertes Fachwerkhaus (Siegfeldstraße 23), in dem Carl Reuther 1859 mit der Produktion von Waagen und landwirtschaftlichen Maschinen begonnen hatte, ehe er 1869 an der Frankfurter Straße die „Reuther & Co., Landwirtschaftliche Maschinenfabrik Hennef“ gründete. Reuther war der Begründer der Hennefer Industrie.

Über die Siegfeldstraße gehen wir in Richtung Beethovenstraße. An der Ecke Beethovenstraße und Frankfurter Straße können wir einen Blick in den Garten des Proffenhofes werfen. Besonders der „Vorgarten“ mit Rondell ist sehr schön anzusehen. Am Ende der Beethovenstraße erreichen wir die Meys Fabrik, wieder ein bedeutsamer Zeuge Hennefer Industriegeschichte, einst Maschinenfabrik, heute Sitz der Stadtbibliothek, des Stadtarchivs und der Hennefer Feuerwache und ausgestattet mit einem großen Saal für Veranstaltungen aller Art. Die großen Bogenfenster an der Straßenfront gab es früher nicht, sie wurden im Zuge der Renovierung nach dem Vorbild eines Hallentores, das man auf alten Bildern sehen kann, eingebaut. Rechts von der Meys Fabrik sehen wir die alte Fabrikantenvilla, eines der schönsten Denkmäler Hennefs. Unmittelbar gegenüber mündet eine kleine Gasse in die Beethovenstraße, die Fußgänger und Radfahrer als Abkürzung in Richtung Marktplatz nutzen: diese Gasse ist der letzte innerstädtische Überrest der Bahntrasse der Bröltalbahn.

Bis vor einigen Jahren war die Beethovenstraße mit einem Bahnübergang ausgestattet. Im Zuge des Baus der Theodor-Heuss-Allee wurde die Beethovenstraße für Fahrzeuge gesperrt und eine Fußgängerunterführung eingerichtet. Seitdem ist auch der Haupteingang der Meys Fabrik nicht mehr unmittelbar an der Straße, sondern durch eine breite und weit auslaufende Treppe repräsentativer und besser zugänglich. 

Wir lassen die Unterführung rechts liegen, gehen durch die Linden- in die Bahnhofstraße und befinden uns nach rund 400 Metern vor dem Bahnhof. Dabei haben wir linker Hand den Heiligenstädter Platz und die Rückseite des Marktplatzes passiert – Ende der 70er Jahre noch Standort der Klio-Werke – und einige Meter weiter, gegenüber dem Bahnhof, die Rückseite eines bis 1978 errichteten Warenhaus- und Einzelhandelskomplexes, an dessen Stelle bis dahin der Freiheitsplatz war. 

Der Hennefer Bahnhof wurde 1860 mit Fertigstellung der Eisenbahnlinie durchs Siegtal errichtet. Bis heute ist er einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in Hennef. Nachdem die Bahn AG in den letzten Jahren mehr und mehr Bahnhofsgebäude verkauft hat, fand der Hennefer Bahnhofsbau 2005 ebenfalls einen neuen Eigentümer, der das mittlerweile arg mitgenommene Denkmal wieder in den Originalzustand zurückversetzt hat; vor allem die beiden historischen Rundbogenfenster, hinter denen eine urige Gaststätte im Brauhauscharakter zum Verweilen einlädt, sind heute wieder ein würdiger Blickfang. Lange Jahre waren sie verschwunden, an ihre Stelle hatte man in der Nachkriegszeit zwei normale, kleine Fenster und eine schmale Tür eingebaut.

Durch die Bahnhofstraße und schräg rechts über die Frankfurter Straße kommen wir an zwei Gaststätten vorbei zurück zum Horstmannsteg. Übrigens befand sich im Gebäude der heutigen Gaststätten „Sowieso“ und „JaJa“ früher das „Central-Kino“. Im Sommer bieten sich die dortigen Biergärten für eine Rast an. Wer den sozusagen erweiterten Hennefer Zentralort erkunden will, muss von hier aus einen kleinen, aber lohnenden Fußmarsch auf sich nehmen.

Weiter in die Warth

Wir folgen der Frankfurter Straße nach Osten, überqueren den Bahnübergang und den Kreisverkehr und stehen nach 50 Metern vor einem der schönsten Gebäude der Stadt, dem „Dreigiebelhaus“. Bis ins Jahr 1755 war hier die Warther Poststation der Linie Köln-Frankfurt. Der Posthaltervertrag mit „wernerus zu henneft“, der am 22. März 1622 geschlossen wurde, ist das älteste Postdokument der Thurn und Taxisschen Postlinie im Rhein-Sieg-Kreis. Die Postverbindung an der Fernhandelsstraße zwischen Köln und Frankfurt existiert bereits seit 1616 mit einer Station in Uckerath.

Die Frankfurter Straße ist an dieser Stelle als einst bedeutsame Fernhandelsstraße und einstige Bundesstraße kaum mehr zu erkennen. Durch die Anbindung Hennefs an die Autobahn wurden die Verkehrsströme von hier abgelenkt auf die nördlich gelegene Straße An der Brölbahn. Erst ganz oben, wo die heutige Landstraße wieder auf die Bundesstraße trifft, und vor allem auf dem Weg nach und in Uckerath selbst, lässt das Verkehrsaufkommen keinen Zweifel an der auch heute noch wichtigen Funktion dieser Route.

Gegenüber dem Dreigiebelhaus sehen wir, imposant auf einer Anhöhe errichtet, die turmlose Pfarrkirche „Liebfrauen“, die 2006 ihr 100jähriges Jubiläum feiern konnte. Daneben stand bis 1907 die Kapelle „Zum Heiligen Johann von Nepomuk“, die 1690 von Werner de Warth, Posthalter und Schultheiß in Geistingen, gegründet worden war. 

Vor dem Dreigiebelhaus biegen wir in die Bonner Straße ein – auch dies eine Straße, deren einstige Bedeutung für Handel und Transport nur noch am Namen zu erkennen ist. Im Verlauf der Straße überqueren wir den Hanfbach und kurz darauf die Wippenhohner Straße, die Verbindung nach Lanzenbach und Dahlhausen. Wir folgen der Bonner Straße rund 600 Meter bis zur Einmündung der Mittelstraße, an deren Ende wir zwei der jüngsten städtebaulichen Projekte in Hennef sehen können: den Place Le Pecq, benannt nach der französischen Partnerstadt Le Pecq sur Seine nahe Paris, und das Park-and-Ride-Parkhaus Hennef-Mitte. Der Platz präsentiert sich als modernes und urbanes Entreé ins Zentrum, wenngleich er neben dem Parkhaus und den noch weitgehend freien Entwicklungsflächen vorerst recht verloren wirkt. Bis Anfang 2006 war hier nichts weiter als ein wilder Parkplatz. Die Fußgängerrampe zur Bahnunterführung war unansehnlich und dunkel. Jetzt setzt der Platz mit seiner eleganten Treppenanlage einen architektonisch anspruchsvollen Meilenstein für die weitere Entwicklung in diesem Bereich der Stadt. 

Diese Treppe nutzend gelangen wir nach wenigen Schritten wieder vor den Bahnhof und ins Zentrum, wo zahlreiche Lokale die Möglichkeit für einen schmackhaften Abschluss dieser Tour bieten.

Industrialisierung, Chronos-Waage und die Meys Fabrik

Vor dem Beginn der Industrialisierung lebte die Hennefer Bevölkerung vorwiegend von der Landwirtschaft. Das Handwerk, beispielsweise Webereien in Geistingen und Blankenberg, hatte untergeordnete Bedeutung. Ein wichtiger Erwerbszweig war nach der Mitte des 19. Jahrhunderts der Erzbergbau. Silber, Zink, Zinn und Eisen wurde in den Gruben Gottessegen bei Dambroich, Bergmannslust am Steimelsberg in Hennef, Altglück bei Hanfmühle, Silistria bei Kurenbach und Ziethen bei Weingartsgasse gefördert. Zur Herstellung von Petroleum wurde in mehreren Gruben bei Rott Blätterkohle abgebaut. Konkurrenz aus dem Ausland und mangelnde Wirtschaftlichkeit führten im Laufe der Zeit zur Stilllegung sämtlicher Gruben. Lange war auch der Weinbau als Wirtschaftszweig wichtig, ging jedoch Anfang des 20. Jahrhunderts unter anderem durch die Konkurrenz der Löhne in der Industrie und im Dienstleistungssektor völlig verloren.

Ab 1869 hielt die Industrialisierung in Hennef Einzug. In diesem Jahr gründete Carl Reuther die „Reuther & Co., Landwirtschaftliche Maschinenfabrik Hennef“. 1878 folgte der ehemalige Schlossermeister Johann Steimel und begann in seinem Unternehmen „Johann Steimel Maschinenfabrik“ zwischen der Frankfurter und der Steinstraße mit der Produktion landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte, später auch von Zentrifugen. Im Jahr darauf gründete Johann Friedrich Jacobi eine Eisengießerei direkt hinter dem Hennefer Bahnhof und Philipp Löhe gründete eine Firma, die neben Fahrrädern und landwirtschaftlichen Maschinen hauptsächlich Waggons für die Bröltalbahn baute. 1881 gründete Joseph Meys an der Beethovenstraße die „Joseph Meys & Comp., G.m.b.H., Landwirtschaftliche Maschinenfabrik und Eisengießerei“. Zunächst stellte Meys Geräte für die Ernte und Futterverarbeitung her, ab den 1890er Jahren auch Zentrifugen, die die Verarbeitung der Milch auf kleinen Höfen wesentlich erleichterten.

Die Chronos-Waage

War das alles für die so genannte Gründerzeit ein ganz normaler Boom, wurde es Anfang der 1880er Jahre revolutionär: Zunächst gründeten Carl Reuther und Eduard Reisert die „Hennefer Maschinenfabrik Carl Reuther und Reisert“. Zwei Jahre später, 1883, erfanden Reuther und Reisert die erste automatische, eichfähige Waage der Welt, die am 12.4. von der Kaiserlichen Normal-Aichungs-Commission in Berlin zugelassen wurde. Mit der Erfindung dieser so genannten „Chronos Waage“ gingen 9.000 Jahre Hand-Verwiegung von losen Schüttgütern zu Ende und das Zeitalter der automatischen Waagen begann.

Fast alle diese Unternehmen sind in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verschwunden. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts existiert nur noch die Gründerzeitfirma „Steimel“, deren Gebäude jeder kennt, der schon einmal durch Hennef gefahren ist.

In der Fabrik von Joseph Meys gingen 1980 die Lichter aus, danach stand das Fabrikgebäude zehn Jahre leer – es war beinahe eine ausgemachte Sache, es abzureißen. Dann entschlossen sich die Lokalpolitiker jedoch dazu, das mittlerweile hinfällige Gebäude zu renovieren und ganz neu zu nutzen. Eine aufwändige und teure Maßnahme, die sich gelohnt hat. Seit 1990 beherbergt die „Meys Fabrik“ das Stadtarchiv, die Stadtbibliothek und dient mit ihrem großen Saal für Konzerte und Theater sowie als Tagungsort für die Sitzungen des Stadtrates. Außerdem fand die Hennefer Feuerwehr im rückwärtigen Teil des Gebäudes ein neues Domizil. Im Foyer sind einige historische Maschinen und Plakate vom Beginn und aus der großen Zeit der Industriegeschichte Hennefs ausgestellt.

Rathaus Hennef

Um zu verstehen, warum der Hennefer Rathausneubau für die Stadt so bedeutsam war, muss man ein paar Jahre in die Vergangenheit zurückgehen. 1969 entstand die neue Gemeinde Hennef aus den bis dahin selbstständigen Gemeinden Hennef, Lauthausen und Uckerath. Alle drei Gemeinden hatten natürlich auch eigenständige Gemeindeverwaltungen, keine hatte die Kapazitäten, die Verwaltung der neuen Gemeinde in einem Gebäude unterzubringen. In Hennef waren Verwaltung und Gemeinderat beispielsweise im Historischen Rathaus untergebracht, das Rathaus der Gemeinde Lauthausen befand sich in Allner an der Siegburger Straße. Für die neue Gemeinde bedeutete das, dass die Gemeindeverwaltung über den ganzen Ort verteilt war.

Als 1981 aus der Gemeinde die Stadt Hennef wurde, änderte sich das natürlich nicht: Bürgerinnen und Bürger mussten weiterhin kreuz und quer durch die Stadt fahren, je nach dem, welche Dienststelle sie besuchen wollten: In die Gartenstraße, wenn sie einen neuen Personalausweis benötigten, nach Allner, wenn sie einen Bauantrag stellen wollten, in die Dickstraße, wenn ein Knöllchen bezahlt werden musste, ins Historische Rathaus, wenn sie an einer Ratssitzung teilnehmen wollten … Mitte der 90er Jahre war die Stadtverwaltung auf sechs verschiedene Standorte im ganzen Stadtgebiet verteilt. Kurz: Es musste eine Lösung her. EIN Rathaus, nichts anderes.

1999 war es endlich soweit: Das nach Plänen des Kölner Architekten Peter Böhm für 20 Millionen Euro gebaute neue Rathaus nahm seinen Betrieb auf. Es steht in Teilen auf dem ehemaligen Chronos-Areal und schließt sich in seiner Architektur an die alte Chronos-Sheddachhalle an. Im Inneren findet der Besucher eine helle, zentrale Halle, die auf drei Geschossen Zugänge zu den Ämtern und Abteilungen bietet und zugleich für Ausstellungen genutzt wird. Auffälligstes Merkmal des Neubaus ist der Rathausturm über der Dickstraße, in dem ebenfalls Büros, vor allem aber drei Sitzungssäle untergebracht sind. Zusammen mit der übrigen Bebauung des Chronos-Areals ist das neue Rathaus zugleich ein weiterer Meilenstein im Langzeitprojekt Innenstadtsanierung, die Jahre zuvor mit dem Bau des Marktplatzes begonnen hatte.

Neue Mitte Markt

Nachdem Hennef 1969 in seinen heutigen Grenzen entstanden war, wurde augenfällig, dass der Stadt ein Zentrum fehlte. Hennef war nach wie vor ein Straßendorf, in dem sich Geschäfte und Wohnhäuser mit Fabriken abwechselten. Einen Marktplatz, wie in historisch gewachsenen Städten, gab es nicht, eine Innenstadt war nicht zu erkennen. Bereits 1969 beschloss man daher im Gemeinderat die Innenstadtsanierung, die sich mit allen Planungen, dem Erwerb der nötigen Flächen und deren Bebauung bis 1985 hinzog. Das Sanierungsgebiet erstreckte sich vom Rathaus im Norden bis zum Bahnhof im Süden und von der Lindenstraße im Westen bis zur Bahnhofstraße im Osten. Zuvor befanden sich an dieser Stelle die Klio-Werk GmbH (eine Fabrik für Büromöbel, heute im Gewerbegebiet West), der Freiheitsplatz und die von Carl Reuther gestiftete Berufsschule (Vorläufer der heutigen Hennefer Dependance der Berufsschule des Rhein-Sieg-Kreises in der Fritz-Jacobi-Straße). Einzig die ehemalige Landwirtschaftsschule steht noch; in dem Gebäude gegenüber dem Bahnhofsparkhaus befindet sich heute eine Gaststätte.

Entstanden ist an dieser Stelle ein dichter Komplex aus Wohn- und Geschäftshäusern rund um den Marktplatz, der im November 1985 mit dem ersten Stadtfest eröffnet wurde und bereits ein Jahr später einen stetig wachsenden Wochenmarkt beherbergte. Heute können die Henneferinnen und Hennefer an drei Tagen in der Woche bei bis zu 30 Händlern einkaufen. Um sich die Dimension der Sanierung besser vorstellen zu können: Im neuen innerstädtischen Areal standen mit einem Mal 18.500 Quadratmeter Nutzfläche für Warenhaus, Läden und Gastronomie sowie 4.500 Quadratmeter für Büros und Praxen zur Verfügung. 

1987 folgte die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes, der nach Hennefs englischer Partnerstadt Banbury-Platz benannt wurde, und schließlich die komplette Umgestaltung der Frankfurter Straße bis 1990, deren auffälligstes Merkmal heute die Laternen im gepflasterten Mittelstreifen und die dichte Alleebepflanzung sind. Trotz Verkehr: Hier ist es immer ein wenig wie in einer Fußgängerzone.

Höfe im Zentrum

In Hennef wimmelt es nur so von Höfen: der „Allner Hof“ zwischen Allner und Weldergoven, das „Versuchsgut Wiesengut“ in der Siegaue, der „Abtshof“ in Geistingen (alle drei 1911 bis 1914 als Vorhöfe zu Schloss Allner durch die Cockerillsche Vermögens- und Gutsverwaltung erbaut), außerdem das „Gut Zissendorf“ und der „Quadenhof“ in Stoßdorf, um nur einige zu nennen. „Gut Quadenhof“ ist eine der letzten Privat-Brennereien im Rheinland. Die Tourist-Info der Stadt Hennef bietet immer mal wieder Radwanderungen zu den historischen Hofanlagen an. Hinzu kommen in fast jedem kleineren Ort idyllische Hofanlagen, die heute meist als Wohnraum genutzt, zum Teil aber immer noch bewirtschaftet werden.

Entlang der Frankfurter Straße im Zentrum Hennefs finden wir vier weitere Hofanlagen auf engstem Raum, die man allerdings nur von außen besichtigen kann: den 1711 errichteten Lindenhof (Frankfurter Straße 123, Ecke Kaiserstraße), den Proffenhof (Frankfurter Straße 134, Ecke Beethovenstraße) aus dem 17. Jahrhundert und den Heymershof von 1790 (Frankfurter Straße 127, Ecke Steinstraße). Hinzu kommt die so genannte „Wasserburg“ gegenüber dem Lindenhof (Frankfurter Straße 124).

Das Grundstück des Lindenhofes zog sich einst bis ans Ufer der Sieg. Die heutigen Besitzer bemühen sich unter großem Aufwand, die historische Bausubstanz so originalgetreu wie möglich zu erhalten, keine leichte Aufgabe, da sogar der Garten unter Denkmalschutz steht. Im ebenfalls historischen Fachwerkanbau betreibt die Eigentümerin des Lindenhofes eine Kunstgalerie und lädt anlässlich von Ausstellungen in den wunderschönen Innenhof oder den traumhaften Rosengarten ein, in dem zahlreiche altenglische Rosensorten wachsen.

Der „Proffenhof“ wurde im 17. Jahrhundert vom Landdinger (Landrichter) des Amtes Blankenberg Wilhelm von Wecus erbaut und später von der Familie von Proff übernommen, die zwischen 1660 und 1799 die Landdinger des Amtes Blankenberg stellten. 1880 ging der Hof in den Besitz der Kölner Unternehmerfamilie Schmitz de Prèe über, 1911 in den der Hennefer Unternehmerfamilie Steimel, die bis heute Eigentümerin ist. Von den einstmals zwei Wirtschaftsflügeln des wunderschön hergerichteten Hofes ist nur noch einer erhalten. Besonders sehenswert ist die Einfahrt mit dem Rondell vor dem Haupteingang. Übrigens: Nach neuesten Recherchen durch das Beethovenhaus Bonn und das Stadtarchiv Hennef weilte Ludwig van Beethoven im Jahre 1781 als elfjähriger anlässlich einer Reise mit seinem Vater in Hennef und gab im Proffenhof eine Kostprobe seines Könnens. 

Der Heymershof, 1790 vom späteren ersten Landrat des Siegkreises, Franz Joseph Scheven, erbaut, war von 1817 bis 1825 Sitz eben dieses Landrates und somit des Landratsamtes, zunächst des Kreises Uckerath, nach der Zusammenlegung der Kreise Uckerath und Siegburg ab 1820 des Siegkreises. Erst fünf Jahre später wurde der Verwaltungssitz des Siegkreises nach Siegburg verlegt, wo er bis heute ist. Franz Joseph Scheven amtierte bis 1837 als Landrat.

Die so genannte „Wasserburg“ steht auf dem Areal eines 1582 vom Rentmeister Gottert von Pohlheim errichteten älteren Gebäudes und wurde in der heutigen Form 1766 vom Amtverwalter des Amtes Blankenberg Heinrich-Josef Paeffgens errichtet, nach dem das Gebäude im Volksmund lange „Paeffgens-Hof“ hieß. Häufige Besitzerwechsel prägen die Geschichte dieses immer als Wohnhaus genutzten Bauwerkes, das zurzeit zu einer modernen Wohnanlage im historischen Gewand umgebaut wird. Teile des alten Wassergrabens sind nach wie vor zu sehen und sollen, wie man hört, nach Beendigung der Umbaumaßnahmen auch wieder mit Wasser gefüllt werden. 

Neben dem modernen Geschäfts-Zentrum rund um den Marktplatz und der schön gestalteten Frankfurter Straße ist kaum etwas so stadtbildprägend für Hennef wie diese vier historischen Hofanlagen auf engstem Raum.

Von Jacobi zum Entwicklungsgebiet Hennef-Mitte: Wandel eines Stadtviertels

1879 gründete der Gießermeister Johann Friedrich Jacobi eine Eisengießerei an der Köln-Gießener-Eisenbahlinie, unmittelbar hinter dem 1860 errichteten Bahnhof, der auch Ziel der Bröltalbahn war – verkehrsgünstiger konnte man damals in Hennef eine neue Firma gar nicht ansiedeln. Gut 110 Jahre später war die Firma Jacobi in Konkurs gegangen und die Stadt Hennef, die es zu Zeiten des alten Jacobi noch gar nicht gegeben hatte, kaufte das Firmengelände: 30.000 Quadratmeter Fläche in bester Innenstadtlage. Seitdem wird im so genannten „Entwicklungsgebiet Hennef-Mitte“ – mal schneller, mal langsamer – gebaut. 

Entstanden sind mehrere Wohn- und Firmengebäude, das „Mutter-Kind-Haus“, ein modernes Parkhaus und der Place Le Pecq. Weitere Flächen stehen zur Verfügung, so im östlichen Bereich gegenüber dem Platz rund 16.000 Quadratmeter, die zur Hälfte mit Wohnungen und zur anderen Hälfte mit Gewerbe- und Dienstleistung gefüllt werden sollen. Westlich vom Parkhaus entsteht außerdem ein Jugendpark, ein in dieser Form in der Region einmaliges Areal für Kinder und Jugendliche mit viel Grün und zahlreichen Aufenthalts- und Freizeitmöglichkeiten: Graffiti-Wand, Spielwiese, Sitzecken, Hängematten, Grillecke, Grillhütte, Hangelkombination, Bühne und mehr. Die erste Idee zu einem solchen Jugendpark wurde 2003 in einer Arbeitskreissitzung des Vereins Stadtmarketing Hennef e.V. geäußert. Ziel sollte es sein, mehr Entfaltungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in der City zu realisieren.

Fast 130 Jahre sind vergangen, seit Jacobi seine Eisengießerei gründete. Egal, was im Detail hier in den nächsten Jahren noch gebaut wird, damals wie heute ist das Argument für diesen Standort das gleiche: die optimale Verkehrsanbindung.




Der Bürgermeister

Volksbegehren G9

Volksbegehren G9

Mit Beschluss vom 13. Dezember 2016 hat die Landesregierung die amtliche Listenauslegung (2. Februar bis 7. Juni 2017) und die parallele Durchführung der Unterschriftensammlung (5. Januar 2017 bis 4. Januar 2018) für das Volksbegehren "Abitur nach 13 Jahren an Gymnasien: Mehr Zeit für gute Bildung - G9 jetzt!" zugelassen. Ziel des Volksbegehrens ist es, dass an Gymnasien in Nordrhein Westfalen das Abitur wieder nach einer Regelschulzeit von 13 Jahren abgelegt wird. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

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Alle Sendungen "Hennef - meine Stadt" des Hennefer Lokalfernsehens Medial3-TV findet man auf der Website von nrwision unter www.nrwision.de/sender/macher/medial3-tv.html. Über aktuelle Sendetermine kann man sich im Programmschema von nrwvision informieren.