Hennef: Meine Stadt Das Neueste aus HennefStadt, Dörfer, GeschichteStadtgeschichteStadtarchivVolkszeitung digitalHennefer DenkmaleGesteine & Fossilien100 Jahre RathausBeiträge zur GeschichteGedenkstätte im RathausHennef-Film von 1955Hennef-BuchAlle Dörfer und WeilerChronos-WaagePartnerstädteUmwelt und Agenda 21SeniorenportalThema: InklusionKinder & JugendlicheInfos für ElternHennefer SchulenRadfahren in HennefParken und VerkehrWichtige InstitutionenDownloads


Suche in redaktionellen Inhalten
der Website www.hennef.de
(ohne Dienstleistungen der Verwaltung)


Suche in Dienstleistungen
der Stadtverwaltung
(z.B. Personalausweis)
Sitemap Impressum Kontakt

Geistingen - Rund um Kirche, Synagoge und Kloster

Sepp Herberger und die Deutsche Nationalmannschaft 1954

Sepp Herberger und die Deutsche Nationalmannschaft 1954

Kirche St. Michael in Geistingen

Kirche St. Michael in Geistingen

Kloster Geistingen

Kloster Geistingen

Kneipp-Kurhaus

Kneipp-Kurhaus

Grabstein auf dem jüdischen Friedhof

Grabstein auf dem jüdischen Friedhof

Weg oberhalb des jüdischen Friedhofes

Weg oberhalb des jüdischen Friedhofes

Wir starten unseren Rundgang durch den traditionsreichsten Teil Hennefs an der Pfarrkirche St. Michael in Geistingen, die in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Pfeilerbasilika errichtet wurde. In diesem Abschnitt finden Sie die Artikel "(Bad) Hennef: Kurze Kneipp-Geschichte", "100 Jahre Kloster Geistingen", "Die jüdische Gemeinde in Geistingen" und "Sportschule Hennef".

Kirche St. Michael in Geistingen

Der kunsthistorisch Interessierte findet hier ein dreischiffiges, fünfjochiges Langhaus mit flacher Mittelschiffdecke, gratgewölbten Seitenschiffen und einem fünfgeschossigen vorgelagerten Westturm. Bis ins 11. Jahrhundert zurück ist Geistingen als selbstständiger Pfarrbezirk nachweisbar. Die alten Grabsteine an der Kirche dokumentieren, dass hier in früheren Zeiten Menschen beispielsweise aus Blankenbach, Lanzenbach, Stöcken, Kaldauen und Oberauel beigesetzt wurden. Die Pfarre Geistingen schloss bis ins 19. Jahrhundert die jetzigen Pfarreien und Seelsorgbezirke Rott, Westerhausen, Kaldauen, Braschoß, Seligenthal, Bödingen, Warth, Hermesmühle, Kurscheid, einige Häuser von Uthweiler, den Mühlenhof bei Siegburg, Heide, Schreck, Ober- und Niederhalberg ein. Der Kirchbau steht mithin als Symbol für die einstige Bedeutung dieses Ortes, der außerdem der erste urkundlich erwähnte Hennefer Orsteil ist: Für das Jahr 799 wird er als „Geistinge“ im Namensverzeichnis einer Urkundensammlung des 16. Jahrhunderts erwähnt. Die mächtige Pfarrkirche wurde am 8. März 1945 durch einen Bombenangriff vollständig zerstört und von 1948 bis 1951 durch den Dombaumeister Willi Weyres aus Köln unter Einbeziehung der spärlichen älteren Reste wieder aufgebaut.

Der Bergstraße nach Süden bergauf folgend biegen wir in die Sövener Straße ein und finden nach wenigen Metern die Ruine der 1862 errichteten Geistinger Synagoge, die am 10. November 1938, also einen Tag nach der Pogromnacht zerstört und bis auf die Grundmauern niedergebrannt wurde. Wir stehen hier an der Rückseite der Synagoge, die Vorderseite erreichen wir, indem wir zurück in die Bergstraße gehen und dieser einige Meter bergan folgen. Ein Schild weist den Weg in den ehemaligen Innenraum, eine Gedenktafel klärt über diesen Ort auf. Von der Bergstraße zweigt kurz oberhalb der Synagoge rechts die Hermann-Levy-Straße ab, in der sich der alte jüdische Friedhof befindet. Auf ihm steht ein 1986 errichteter Gedenkstein in Erinnerung an die ermordeten Hennefer Juden. Direkt hinter dem Friedhof führt ein schmaler Feldweg zur Straße Zur Lorenzhöhe, der wir weiter nach Süden folgen. Nach Norden haben wir einen sehr schönen Ausblick auf Geistingen und Hennef. 

Nach gut 300 Metern kommen wir zur Straße Zum Haus Ölgarten und folgen ihr weiter. Hier befinden wir uns in einem Gebiet, in dem noch bis ins 19. Jahrhundert hinein Blätterkohle abgebaut wurde. Überall entlang des Weges durch den Wald sehen wir kleinere Hügel und beinahe natürlich wirkende Erhebungen: die mittlerweile überwucherten Abraumhalden ehemaliger Bergwerke. Im Zeitalter des Oligozän, vor 25 Millionen Jahren, befand sich an dieser Stelle ein riesiger See. Die in Jahrmillionen entstandene Blätterkohle enthielt zahlreiche pflanzliche und tierische fossile Überreste – Lorbeerblätter, Pfeifhasen, Nashorn, Kohlenschwein, Frosch –, so dass dieses Gebiet der Stadt Hennef in Wissenschaftskreisen als eine der bedeutsamsten Fossilienfundstätten weltweit gilt.

Am Haus Ölgarten folgen wir dem Weg nach Rott, biegen allerdings weit vor dem Ort nach rund einem Kilometer nach links ab und noch einmal links nach weiteren 150 Metern und wandern weiter Richtung Norden zurück nach Geistingen. Rechter Hand passieren wir den Weingartsberg, auf dem sich Teile der Anlagen der berühmten Hennefer Sportschule befinden. Hier haben wir geradeaus einen herrlichen Blick auf die Silhouette von Geistingen mitsamt Kirchturm und hinüber auf Weingartsgasse und Siegburg und rechts bis nach Allner und die Anhöhe von Bödingen.

Zurück im Ort folgen wir der St.-Michael-Straße bis zum Ende und dann links herum der Sövener Straße, die bald in die Dürresbachstraße übergeht. Entlang dieser Straße gehend sehen wir rechts das ehemalige Kloster der Redemptoristen, das 1902 gegründet und 2005 aufgegeben und verkauft wurde. Kurz hinter dem Kloster gehen wir links in die Kurhausstraße und stehen wieder vor der Kirche.

Um die Kirche herum kann man in der traditionsreichen Gaststätte „Zur Glocke“ – einem traumhaftern Fachwerkbau mit schönem Biergarten – einkehren oder am nur wenige Meter entfernten Geistinger Platz Rast machen. Der Platz wurde in seiner heutigen Form im Jahre 2000 fertig gestellt und mit dem so genannten „Karnevalsbrunnen“ des Hennefer Steinmetzes Edmund Heller eingerichtet. Das Haus der „Glocke“ ist das alte Gerichtshaus, in dem bis 1744 das Geistinger Landgericht seinen Sitz hatte. Nach der Überlieferung übernachtete in ihm 1811 auf dem Marsch nach Rußland der napoleonische General Marschall Ney. Da das umliegende Land halb um den Kirchhof herum reichte, könnte es sich hier um das alte Königsgut mit Kirche aus einer Urkunde von 885 handeln, die als zweiter historischer Nachweis Geistingens gilt.

(Bad) Hennef: Kurze Kneipp-Geschichte

Seit 1972 ist es wissenschaftlich bewiesen: Hennef hat ein hervorragendes Klima, das sogar therapeutisch einsetzbar ist. Festgestellt haben das der Deutsche Wetterdienst Essen mit einem Klimagutachten und das Balneologische Institut Bad Lippspringe mit einer medizinisch-klimatologischen Untersuchung des Klimagutachtens (Balneologie ist die Lehre von der Wirkung der Heilbäder). Hennef war bereits seit 1960 durch den Wirtschaftsverband der Heilbäder und Kurorte als Kneipp-Kurort anerkannt, nach diesem erstklassigen Gutachten wird der Stadt 1976 überdies der Titel „Staatlich anerkannter Kneipp-Kurort“ verliehen. Anfang der 80er Jahre ist es mit der Kurherrlichkeit aber schon wieder vorbei. Private Kurgäste ernähren einen Kurort kaum und als die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte ihre Verträge kündigt, wird dem Hennefer Kurbetrieb schlagartig die wirtschaftliche Grundlage entzogen. Im Dezember 1984 verzichtet die Stadt auf den ehrenvollen, aber nutzlos gewordenen Titel.

24 Jahre Kneipp-Geschichte – mehr nicht? Ganz so kurz war die Sache denn doch nicht. Angefangen hatte alles in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts, keine zehn Jahre nach dem Tod Sebastian Kneipps 1897. Damals hatte sich eine Kommission für die Errichtung eines Kneippschen Kurortes in Nordwestdeutschland gebildet, die sich 1909 für Hennef-Geistingen als Standort entschied. Daraufhin wurde 1910 die Kurhausgenossenschaft ins Leben gerufen und am 30. Juni 1912 konnte das „Kurhaus Sebastian Kneipp“ eingeweiht werden. Es blieb bis in die 70er Jahre der einzige derartige Betrieb in der Stadt – allerdings mit Unterbrechungen, da es zeitweilig geschlossen war, vor allem in Folge der beiden Weltkriege. In den 70er-Jahren wurde das Kurhaus erweitert, beispielsweise um ein Hallenbewegungsbad 1972 und einen Erweiterungsbau mit 33 Zimmern inklusive moderner Kneipp-Badeabteilung 1976.

Parallel dazu entstanden weitere Kureinrichtungen, und die Gemeinde Hennef baute vor allem mit Zuschüssen aus der Kurortförderung des Landes NRW den Kurbetrieb an allen Ecken und Enden aus: Kurpark „Auf dem Eschenberg“ mit Musikpavillon und zwei Wassertretstellen; Vergrößerung des Kurparks; Schließung des Freibades; Umbau der Umkleidekabinen des Schwimmbades zum „Haus des Gastes“; Umgestaltung der Kurhausstraße zur Kurpromenade; Pflasterung der Kurparkstraße. Kurz und gut: „Bad“ Hennef schient greifbar.

All das war nichtig, nachdem sich die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte zurückgezogen hatte. Der Kurortbetrieb wird eingestellt, die Kurtaxe abgeschafft, die Zuwendungen des Landes für Kurorte aus dem Gemeindefinanzierungsgesetz entfallen. Wenigstens muss die Stadt frühere Zuschüsse nicht zurück bezahlen. Was bleibt, sind der sehenswerte Kurpark, die Kurhauspromenade und die 1977 zunächst als Kureinrichtung geplante Eschenberg-Wildpark-Klinik mit dem oberen Kurpark, der einen schönen Blick über Hennef bietet. Es bleiben die Erinnerungen an die Kurparkfeste, das Kurhaus, das heute eine Seniorenresidenz ist und natürlich – das gesunde Hennefer Klima, therapeutisch wirksam und balneologisch anerkannt.

100 Jahre Kloster Geistingen

Kaum mehr als 100 Jahre währte die Geschichte des Redemptoristenklosters in Geistingen. Lange Jahre diente es vor allem der Ausbildung des Priesternachwuchses. Nachdem sich die Redemptoristen bereits ab dem 18. Jahrhundert über Italien und die Alpen hinaus nach Norden ausgebreitet hatten, gründeten sie 1859 die Niederdeutsche (heute: Kölner) Provinz. Ab 1898 nutzten sie ihr Kloster in Trier als Seminar und Hochschule für den Priesternachwuchs. Bald stellte sich heraus, dass das Haus für diese Zwecke unzureichend war, und die Provinzleitung begann mit der Suche nach einem geeigneten Standort für einen Neubau.

Die Wahl fiel Anfang des 20. Jahrhunderts auf die damalige Gemeinde Geistingen, wo die Provinz ein Gelände von rund 19 Morgen mit der Flurbezeichnung „Am Eschenberg" erwarb. Der Erzbischof von Köln erteilte seine Zustimmung zum Neubau, Kultusministerium und Innenministerium in Berlin leisteten zunächst erhebliche Widerstände, die erst durch intensive Verhandlungen überwunden werden konnten. Am 18. Februar 1902 schließlich genehmigte die preußische Regierung ein neues Redemptoristenkloster in Geistingen „zum Zwecke der Aushülfe in der Seelsorge und der Errichtung eines Studienhauses für die eigenen Ordensmitglieder". Planung und Leitung des Neubaus hatte der Kölner Architekt Theodor Roß, der kurz vorher bereits die Pfarrkirche St. Simon und Judas in Hennef erbaut hatte. Ende August 1903 war das Kloster bezugsfertig, die feierliche Eröffnung fand am 8. September 1903 statt. Anschließend machte man sich an einen Kirchenneubau, der am 15. September 1904 in Dienst genommen wurde. Der West-Ost-Flügel des Klosters mit Küche und der Speisesaal war 1911 fertig, der große Bibliotheksraum 1912.

Am 2. Juli 1941 wurde das Kloster vom NS-Regime beschlagnahmt und enteignet. Geplant war zunächst eine Führerschule, die Stadt Köln erreichte jedoch, dass ihr das Haus überlassen wurde, um dort die Bewohner des Waisenhauses „Elisabeth-Breuer-Stift" (Köln-Mülheim) unterzubringen. Die US-Armee gab später an, dass die Anwesenheit von Weisenkindern der Grund war, warum das Gebäude von Bomben verschont geblieben war. Ende Juni 1945 konnten die Lehrveranstaltungen an der Hochschule wieder aufgenommen werden. 

Seit 1969 bildete die Hochschule nicht mehr nur Ordensmitglieder aus, sondern auch Laien. 1982 schließlich erteilte die Kongregation für das katholische Bildungswesen in Rom der Hochschule die Genehmigung, den Diplomstudiengang „Katholische Theologie" einzurichten. Ab 1983 war die Hochschule staatlich anerkannt, wenige Jahre später ging die Zahl neuer Ordensstudenten jedoch langsam zurück, so dass der Lehrbetrieb aus finanziellen und personellen Gründen ab 1996 eingestellt wurde. Anfang 2000 war der Rückgang des Nachwuchses dann so gravierend, dass die Redemptoristen das Kloster nicht mehr aus eigener Kraft betreiben konnten: Man entschloss sich zum Verkauf von Kloster und Kirche an private Investoren, die dort Eigentumswohnungen und in der Kirche einen Ort für physiotherapeutische Behandlungen errichten. Am 8. Januar 2006 feierten die Redemptoristen unter großer Beteiligung der Hennefer Bevölkerung zum letzten Mal eine Heilige Messe, nach der Messe wurde die Kirche profaniert, das heißt: aus der Kirche wurde ein weltliches Gebäude. Zum großen Bedauern der Geistinger, die die seelsorgerischen Dienste der Patres immer gerne in Anspruch genommen hatten. Immerhin hatten sie 1906 beim Kölner Erzbischof und beim Geistinger Pfarrer, der Konkurrenz fürchtete durchgesetzt, dass die Brüder in der Klosterkirche frei zugängliche Gottesdienste feiern durften.

Nach der Auflösung des Klosters wurden die 180.000 Bücher der legendären Bibliothek und die Kunstschätze der Kirche in alle Welt verstreut; viele natürlich in andere Redemptoristenkloster. Ein ganz besonderes Stück ist heute jedoch im Historischen Rathaus der Stadt zu besichtigen: die Madonnina, eine 1960 entstandene, verkleinerte Nachbildung der Goldenen Madonna auf dem Mailänder Dom. Weltweit existieren nur sieben solcher Kopien.

Die jüdische Gemeinde in Geistingen

Bis ins Mittelalter sind Juden im heutigen Gebiet Hennefs nachweisbar, vor allem in Stadt Blankenberg, wo es der Überlieferung zufolge sogar ein jüdisches Wohnviertel gegeben hat, genannt „Im Judenhöfchen“. Überall dort, wo Juden nachgewiesen werden können, kann auch deren Verfolgung nachgewiesen oder mindestens vermutet werden. Eine Volkszählung im Jahr 1828 ergab für den Bereich der Bürgermeisterei Hennef 4.624 Einwohner, davon 4.536 Katholiken, 14 Protestanten und 74 Juden, für den Bereich der Bürgermeisterei Lauthausen 3.075 Einwohner, davon 3.023 Katholiken, 19 Protestanten und 33 Juden, und für den Bereich der Bürgermeisterei Uckerath 3.009 Einwohner, davon 3.000 Katholiken, 1 Protestant und 8 Juden. Zwar waren die Juden im Bereich der heutigen Grenzen Hennefs verstreut, ein besonderes Zentrum jüdischen Lebens bildete sich jedoch in Geistingen, wo 1862 die Geistinger Synagoge auf einem Grundstück zwischen Bergstraße und Sövener Straße und um 1886 der jüdische Friedhof an der heutigen Hermann-Levy-Straße eingerichtet wurden.

1864 wurden, dem Statut für die Synagogengemeinde aus dem gleichen Jahr folgend, die Spezialsynagogengemeinden Geistingen und Uckerath gegründet, die 1887 zu Geistinger Gemeinde vereinigt wurden. Das Gebiet der Spezialsynagogengemeinde Geistingen reicht bis nach Eitorf. Juden sind in Geistingen normaler Teil des dörflichen Lebens, spielen in der Gründungsmannschaft der TURA 1916 und sind im Geistinger Löschzug aktiv. Ihre Synagoge ist eine weithin sichtbare Landmarke, Geistinger Juden kämpfen als glühende Patrioten im Ersten Weltkrieg. All das konnte auch sie nicht vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten retten. 

1938 wird einen Tag nach der Pogromnacht, also am 10. November, die Synagoge der jüdischen Gemeinde zerstört und bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Die männlichen Juden der Gemeinde werden verhaftet. Hauptverantwortlicher in Hennef: Der damalige Hennefer Bürgermeister und NSDAP-Ortsgruppenleiter Heinz Naas (Geistingen war seit 1934 keine eigenständige Gemeinde mehr, sondern Teil der Gemeinde Hennef), der am Morgen des 10. November sehr ungehalten darüber ist, dass die Synagoge nicht schon am Vorabend zerstört wurde. In den Folgejahren werden die Hennefer Juden wie alle Juden in Deutschland von den Nationalsozialisten erkennbar planvoll gejagt und deportiert, bis Bürgermeister Naas 1942 in den Akten vermerken kann: „Inzwischen sind alle Juden nach dem Osten evakuiert worden.“ 1943 schänden unbekannte Täter zudem den jüdischen Friedhof, werfen die Grabsteine um und beschädigen sie zum Teil massiv.

Fast alle der 1938 in Hennef noch lebenden rund 60 Hennefer Juden kommen in der Shoa ums Leben. Einige können fliehen, so Sally Isaak, geboren 1922 in Geistingen, 1939 nach England. 1979 errichtet die Stadt Hennef – heute Eigentümerin der Synagogenruine – einen Gedenkstein unterhalb der Mauerreste der Synagoge, 1986 folgt ein Gedenkstein auf dem Jüdischen Friedhof. Seit 2001 kann man im Rathausneubau eine Dauerausstellung besuchen, die an die Geschichte der jüdischen Gemeinde Hennef-Geistingen erinnert. Die Ausstellung zeigt ein Modell der Geistinger Synagoge, ein Modell des Thoraschreins, sechs Fotos der Synagoge und des jüdischen Gottesdienstes, eine Zeittafel zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Geistingen und die Liste der ermordeten Hennefer Juden.

Sportschule Hennef

Seit ihrer Eröffnung 1950 ist sie eines der prominentesten Aushängeschilder der Stadt: Die Sportschule Hennef des Fußball-Verbandes Mittelrhein e.V. zwischen Geistingen und Söven, am Hang des Weingartsberges. Bis heute legendär ist der Besuch der späteren Fußballweltmeister um Trainer Sepp Herberger Anfang der 50er Jahre. Auch in den Jahren nach dem “Wunder von Bern“ waren Herberger und seine Jungs oft zu Gast. Seitdem haben zahlreiche renommierte Mannschaften die Hennefer Atmosphäre genossen, Bundesligavereine ebenso wie die Beckenbauer-Elf in Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 1990, die sie bekanntlich gewann. Auch der 1. FC Köln und Bayer Leverkusen sind seit Jahren Stammgast in Hennef, wenngleich zumindest die Geißböcke dieser Tage dem Erfolg etwas hinterher rennen. Auch international hat die Sportschule ihren guten Ruf immer wieder beweisen, zuletzt als Gastgeber der argentinischen Nationalmannschaft während des Confederation Cups 2005. 

Im Volksmund wird die Sportschule zuweilen „Fußballschule“ genannt. Das beschreibt das Angebot dieser Einrichtung an der Sövener Straße allerdings nur unzureichend: Die Sportschule ist Bundesleistungszentrum für Boxen und Ringen. Zuletzt unter anderem zu Gast: die kubanische Box-Junioren-Nationalmannschaft. Der berühmte „Kran von Schifferstadt“, Wilfried Dittrich, bereitete sich in Hennef auf olympisches Ringer-Gold vor. Die Ringerhalle gehört zu den besten derartigen Trainingseinrichtungen weltweit. Außerdem ist hier das Landesleistungszentrum für Gewichtheben und Judo. Weitere Angebote: Karate, Taekwondo, Fitness und Schwimmen. In der dreigeschossigen Halle, die 2000 eingeweiht wurde, stehen Räume für alle denkbaren Ballsportarten zur Verfügung, außerdem ein aufwändiger Saunabereich und moderne Fitnessgeräte. Im Außenbereich befinden sich vier Rasenfußballplätze und ein Kunstrasenplatz.

Im Frühjahr 2006 wurde die Sportschule für 6,8 Millionen Euro erweitert: 20 neue Zimmer, die auch den verwöhntesten Fußballprofis gerecht werden, und ein komplett neuer Eingangsbereich sind entstanden. Fußballprofis sind allerdings nicht die wichtigsten Gäste der Sportschule, die fast ganzjährig an allen Wochenenden hauptsächlich mit Vereinssportlern aller Altersgruppen aus ganz Deutschland ausgebucht ist. Hinzu kommen Trainerlehrgänge, mit denen schon so mancher bekannte Sportler seine zweite Karriere begonnen hat.




Der Bürgermeister

Volksbegehren G9

Volksbegehren G9

Mit Beschluss vom 13. Dezember 2016 hat die Landesregierung die amtliche Listenauslegung (2. Februar bis 7. Juni 2017) und die parallele Durchführung der Unterschriftensammlung (5. Januar 2017 bis 4. Januar 2018) für das Volksbegehren "Abitur nach 13 Jahren an Gymnasien: Mehr Zeit für gute Bildung - G9 jetzt!" zugelassen. Ziel des Volksbegehrens ist es, dass an Gymnasien in Nordrhein Westfalen das Abitur wieder nach einer Regelschulzeit von 13 Jahren abgelegt wird. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Newsletter

TopTermine

TopTermine

Sonntag, den 15.10.2017
Briefmarkenausstellung
Donnerstag, den 19.10.2017
Wochenmarkt auf dem Marktplatz
Freitag, den 20.10.2017
Vortrag im Stadtarchiv: Erzbergbau in und um Kurenbach
Freitag, den 20.10.2017
Kur-Theater: Ferdinand Linzenich mit „Tut mir leid, war Absicht!“
Samstag, den 21.10.2017
Wochenmarkt auf dem Marktplatz
Sonntag, den 22.10.2017
Mädelsflohmarkt in der Halle Meiersheide
Dienstag, den 24.10.2017
Wochenmarkt auf dem Marktplatz
Samstag, den 28.10.2017
Spinnen- und Insektenausstellung
Sonntag, den 29.10.2017
Briefmarkenausstellung
Dienstag, den 31.10.2017
Halloween im Kletterwald Hennef

Infos für Kinder

Infos für Kinder

Für Notfälle ist das Amt für Kinder, Jugend und Familie tagsüber unter der Rufnummer 02242 / 888-550 zu erreichen. Außerhalb der Dienstzeiten erreicht man das Jugendamt in dringenden Fällen über die örtliche Polizeistation: Tel. 02241 / 541-3521.

 

Wichtige Themen

Nützliche Dienste

Heiraten in Hennef

Bauleitplanung

Ehrenamtskarte

Ehrenamtskarte

Nachdem der Stadtrat Ende 2011 einstimmig die Einführung der Ehrenamtscard NRW in Hennef beschlossen hat, können nun ehrenamtlich tätige Menschen jederzeit die Karte beantragen. Alle weitere Informationen und das Antragsformular findet man hier.

Fairtrade Town

Hennef TV

Hennef TV

Alle Sendungen "Hennef - meine Stadt" des Hennefer Lokalfernsehens Medial3-TV findet man auf der Website von nrwision unter www.nrwision.de/sender/macher/medial3-tv.html. Über aktuelle Sendetermine kann man sich im Programmschema von nrwvision informieren.