Thema: Herkulesstaude

Riesen-Bärenklau. Foto: Landwirtschaftskammer NRW
Riesen-Bärenklau. Foto: Landwirtschaftskammer NRW

Warnung vor Berührung mit dem Riesenbärenklau! Die auch Herkulesstaude genannte Pflanze kann auf der Haut Verbrennungen mit Schwellungen und Blasen verursachen. Besonders Kinder sind gefährdet, weil die Pflanzen auf Grund ihres imposanten Wuchses eine große Anziehungskraft haben, mit Ihnen zu spielen. Jeglicher Hautkontakt mit der Pflanze sollte dringend vermieden werden!

Hintergrund

Flussufer sind von Natur aus dynamische Lebensräume. Hier hobelt das Hochwasser Jahr für Jahr ganze Grassoden ab, die flußabwärts wieder angeschwemmt werden, hier brechen Pappeln und Weiden auseinander und hinterlassen Ausspülungen (Kolke), Niedrigwasser macht zeitweise Kiesbänke frei und auch Tiere sorgen in kleinem Maßstab durch die Anlage von Bauten und Nester für Umgestaltungen. Alles ist stets in Bewegung und ein Großteil der Vegetation muss sich, im hartem Konkurrenzkampf Jahr für Jahr neu aufbauen. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass gerade diese Kampfzonen Einfallstore für neu einwandernden Pflanzenarten (Neophyten) sind.

Auch entlang von Sieg, Bröl, Hanfbach und anderer Fließgewässer der Region sind die grünen Wände aus Japanischem Staudenknöterich (Reynoutria japonica) und Drüsigem Springkraut (Impatiens glandulifera) nicht zu übersehen. Sie machen im Konkurrenzkampf mit den heimischen uferbegleitenden Hochstauden- und Röhricharten meist das Rennen um die begehrten, gut  mit Wasser und Nährstoffen versorgten Standorte. Durch ihre Fähigkeiten, in kurzer Zeit große Biomassen aufzubauen, sich mit den tiefreichenden Wurzeln auch in Weichböden gut zu verankern und sich sowohl vegetativ, also über die Wurzelausläufer, als auch mit weit streuenden Samen generativ fortzupflanzen sind sie fast unschlagbar. Sieht man als toleranter Zeitgenosse von dem hierdurch verursachten Wandel altvertrauter Landschaftsbilder, de im Hochsommer fehlenden Ausblickmöglichkeiten und dem strengen Blütenduft des Springkrauts ab, ein harmloser und kaum aufzuhaltender Prozess. Im Internet kursieren sogar schon Rezepte für die Zubereitung von Springkraut und Staudenknöterich als Wildgemüse.

Weniger harmlos ist das vermehrte Auftreten des Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), auch Herkulesstaude genannt. Auch er entwickelt in einer Vegetationsperiode stattliche, bis zu vier Meter hohe Pflanzenbestände. Ausgewachsen erinnert die beeindruckende Statur mit der verzweigten Doldenblüten an Kronleuchter. Diesem imposantem Erscheinungsbild verdankt er auch seine Einführung als Zierpflanzen für Parks und Gärten Anfang des 19. Jahrhunderts. Die heimischen Doldenblüter sind in der Regel deutlich kleiner.

Zum Problem wird der Riesenbärenklau, weil seine Pflanzensäfte in Verbindung mit Sonnenlicht auf der Haut schmerzhafte Verbrennungen hervorrufen (phototoxische Reaktion). Vermieden werden sollte daher jeder Hautkontakt mit der Pflanze, insbesondere mit den saftreichen Blättern, Trieben und Sprossen. Beim Entfernen der Pflanze ist dringend das Tragen von Schutzkleidung angezeigt. Auch Kinder sollten vor der Gefahr gewarnt werden.

Entfernung

Um die Ausbreitung des expansiven Neuphyts zumindest einzudämmen, wird der Riesenbärenklau in der Stadt Hennef auf öffentlichen Flächen vom Baubetriebshof oder einem beauftragten Gartenbaubetrieb entfernt. Die Stadt Hennef rät dringend allen Grundbesitzern, auf deren Flächen die Pflanzen auftritt, ebenfalls zur sofortiger Beseitigung durch einen Fachbetrieb.

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