Weltfrauentag im Interkult

Bürgermeister Klaus Pipke begrüßte die Frauen im Interkult zum Internationalen Weltfrauentag.

Bürgermeister Klaus Pipke begrüßte die Frauen im Interkult zum Internationalen Weltfrauentag.

Groß war das Interesse am Internationalen Frauenfrühstück.

Groß war das Interesse am Internationalen Frauenfrühstück.

(8.3.2019, ms) Groß war der Andrang beim Internationalen Frauenfrühstück am Weltfrauentag im Interkult, der Interkulturellen Beratungs- und Begegnungsstätte der Stadt Hennef. Gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt und dem Verein „frauen helfen frauen“ hatte Interkult das Frühstück angeboten.

„Auch wenn in Sachen Gleichberechtigung einiges geschehen ist, gibt es gleichwohl noch viel zu tun“, sagte Bürgermeister Klaus Pipke bei der Eröffnung des Zusammentreffens. Den Weltfrauentag sehe er nicht als Feiertag, sondern als Mahn- und Aktionstag, fügte er im Hinblick auf den Feiertag in Berlin hinzu.

Und auch Waltraut Bigge, Leiterin des Amtes für soziale Angelegenheiten bei der Stadt Hennef und zuständig für Interkult, sagte: „Für mich ist der Weltfrauentag eher ein Gedenktag.“

Dass es auf viele Missstände hinzuweisen gilt, darüber waren sich die rund 30 Frauen einig.

Hintergrund: Weltfrauentag

Der internationale Frauentag, der jährlich am 8. März begangen wird, steht für die weltweite Solidarität unter Frauen, für gleiche und bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen, gegen Diskriminierung und für mehr Selbstbestimmung und Geschlechtergerechtigkeit. Ins Leben gerufen hat ihn die deutsche Sozialistin Clara Zetkin. Auf dem II. Kongress der Sozialistischen Internationale in Kopenhagen im Jahre 1910 forderte sie mehr Gleichberechtigung für Frauen: "keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte". Ein Jahr später gingen erstmals Frauen in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz zum Frauentag auf die Straße. Ihre zentrale Forderung: Einführung des Frauenwahlrechts und Teilhabe an der politischen Macht. Außer in Finnland durften zu diesem Zeitpunkt in keinem europäischen Land Frauen wählen. In Deutschland wurde Frauen dieses Recht 1918 zugestanden. Zum ersten Mal konnten sie 1919 an der Wahl zur Nationalversammlung der Weimarer Republik teilnehmen. Mit der Verabschiedung des Grundgesetzes vor 70 Jahren erhielt die Gleichbehandlung von Frau und Mann mit dem Gleichstellungsartikel (Art. 3 GG) erstmals Verfassungsrang. Danach dauerte es weitere neun Jahre, bis die Vorgabe des Grundgesetzes mit dem Inkrafttreten des Gleichberechtigungsgesetzes (GleichberG) am 1. Juli 1958 Einzug in die bundesdeutsche Gesetzeswirklichkeit hielt. In der Schweiz sollte es noch lange dauern, bis Frauen im Jahr 1971 erstmals wählen durften. In Deutschland wurde der Internationale Frauentag unter der NS-Herrschaft als sozialistischer Feiertag verboten. Stattdessen propagierten die Nationalsozialisten den Muttertag und die "biologische Verpflichtung" der Frau. Im Zuge der neuen Frauenbewegung in der Bundesrepublik Ende der 1960er Jahre gelangte er wieder in das Bewusstsein zurück.