3D-Drucker: „Machwerk“ macht Face-Shields

Bügel-Herstellung im 3D-Drucker.

Bügel-Herstellung im 3D-Drucker.

Chris vom Machwerk mit Face-Shild.

Chris vom Machwerk mit Face-Shild.

(12.5.2020, dmg) Machwerk e.V. produziert seit Beginn der Corona-Krise in seinen Vereinsräumen am Willy-Brandt-Platz im Chronos-Areal so genannte Face-Shields, also Gesichtsvisiere, die insbesondere im Gesundheitswesen und in anderen besonderen Bereichen zum Beispiel in Unterkünften oder bei Ordnungsdiensten gebraucht werden. Der Bügel, mit dem das Visier am Kopf befestigt wird, wir mit einem 3D-Drucker hergestellt. Das Machwerk hat fünf solcher Drucker. Die transparenten und austauschbaren Gesichts-Folien kommen von der Hausdruckerei der Stadt Hennef. Das Machwerk hat mittlerweile über 200 Shields hergestellt und verteilt.

Das Machwerk steht nicht nur in engem Kontakt zur Stadt, sondern auch zu anderen Makerspaces, die sich unter MakerVsVirus.org vernetzt haben. austauschen und sich gegenseitig mit Material und Know-How unterstützen. Auch zu anderen Vereinen und Organisationen besteht Kontakt: So hat das Hennefer Machwerk in der vergangenen Woche 50 komplette Shields und weitere 70 Folien in einen Hilfstransport über Frankfurt nach Lesbos geschickt.

Hintergrund: „Slack“ und „Hub-Rheinland“

Hergestellt wird im Machwerk das Face-Shield-Modell „Prusa RC3“. Vernetzt sind die Hennefer digital über „Slack“ (vergleichbar mit „Teams“ von Microsoft) und beim #MakerVsVirus-Hub-Rheinland angebunden. Über den werden in der Großregion Bonn-Köln-Düsseldorf Material und Wissen verteilt. Auch die Verteilung ist darüber organisiert: Fahrer*innen sind in der Region unterwegs, holen die Shields ab und bringen sie zur Sammelstelle ist in Bonn, von wo aus sie dann dorthin verteilt werden, wo man sie braucht. Der Hub-Rheinland bzw. die Sammelstelle können über diese Struktur größere Bedarfe schnell decken. Umgekehrt profitiert auch das Machwerk Hennef von diesem Verteilnetz und seiner Einbindung in überregionale Strukturen: So ist kürzlich eine Material-Lieferung aus Flensburg nach Hennef gekommen. Chris, Vorstandsmitglied im Machwerk Hennef (siehe Foto), schätzt, dass über 7000 Menschen in diesem bundesweiten Netzwerk aktiv sind.

Machwerk verteilt auch Alltagsmasken

Die Nähwerkstatt und viele Helfer*innen stellen aktuell in Heimarbeit Alltagsmasken her. Es sind bisher über 300. Diese werden vom Machwerk zum Beispiel an die Bürgerstiftung Altenhilfe weitergegeben, damit diese an Senior*innen ausgegeben werden können. Das Machwerk sammelt und verteilt auch Stoffe und Material. Es werden auch Einwegmasken ausschließlich für den medizinischen Bereich hergestellt.

Machwerk unterstützen

Der Machwerk e.V. ist einer der kleinsten Hennefer Vereine, der wie viele andere Vereine sein übliches Programm, zum Beispiel Kurse und Workshops, aktuell nicht anbieten kann. Auch Veranstaltungen wie die Jugendwerkstatt, die Nähwerkstatt oder die offene Werkstatt finden nicht statt. Der Verein wird von der Stadt unterstützt und hat eine Kooperation mit der VHS Rhein-Sieg. Jeder kann die Arbeit des Vereins unterstützen. Das Machwerk hat dazu eine Spendenaktion ins Leben gerufen: https://www.betterplace.org/de/projects/78855-making-gegen-corona.
Weitere Infos: Machwerk e.V., kontakt@machwerk-hennef.de, Web: www.machwerk-hennef.de.