Was Fifi darf und was nicht …

(9.2.2021, dmg/ms) Hundebesitzer geben gerne „Leinen los!“, müssen sich andererseits aber mit diversen Regeln und Vorschriften herumschlagen, die Fifi in seine Schranken weisen. Immer mal wieder – nicht nur bei der Anmeldung von Hunden – sieht sich das Ordnungsamt der Stadt Hennef mit zahlreichen Fragen verunsicherter Hundebesitzer konfrontiert. Hinzu kommen Beschwerden anderer Bürgerinnen und Bürger zum Beispiel über Kothaufen auf Bürgersteigen oder frei laufende Hunde auf Friedhöfen. 

Verkotung landwirtschaftlich genutzter Flächen

Ein besonders großes Problem ist die Verkotung der landwirtschaftlich genutzten Flächen. Denn das hat eine enorme Auswirkung auf die Gesundheit der Tiere, die diese verunreinigte Nahrung zu sich nehmen, da der Hundekot oft gravierende Krankheitserreger enthält. Das liegt in erster Linie am Krankheitserreger Neospora Caninum, den Hunde über den Kot ausscheiden. Bis zu drei Wochen lang geben infizierte Hunde die Parasiten-Eier über den Kot ab und stecken damit Zwischenwirte wie Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde, Füchse und wiederum Hunde an. Zudem führt Hundekot gerade auf Ackerflächen dazu, dass das Erntegut verunreinigt wird. Für den Verbraucher ist das unappetitlich, wenn der Kot nicht beseitigt wird. Deshalb bittet der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) dringend darum, die Hunde anzuleinen und auf den Wegen zu bleiben.

Wo steht, was sonst noch gilt?

Was genau darf Fifi und was nicht und wo steht geschrieben, was er darf und nicht darf? Für die Hundehaltung relevante Bestimmungen finden sich in folgenden Gesetzen und Verordnungen:

  • Landeshundegesetz NRW,
  • Ordnungsbehördliche Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung auf und an den Straßen und in den Anlagen im Gebiet der Stadt Hennef (§ 5 Ordnungsbehördliche Verordnung Hennef),
  • Ordnungsbehördliche Verordnung über das Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet Siegaue in den Gemeinden Windeck, Eitorf und Hennef (Ordnungsbehördliche Verordnung Siegaue),
  • Landesforstgesetz.

Wann muss Fifi an die Leine, und was darf er gar nicht?

Grundsätzlich gilt Leinenpflicht für alle Hunde innerhalb geschlossener Ortschaften (§ 5 Abs. 1 Ordnungsbehördliche Verordnung Hennef). Laut der Ordnungsbehördlichen Verordnung Siegaue dürfen Hunde im Bereich des Natur- und Landschaftsschutzgebietes Siegaue nur angeleint laufen. Und auch rund um den Allner See müssen Hunde aufgrund der Satzung Allner See immer angeleint sein.

Anmeldung großer Hunde

Für große Hunde gilt zusätzlich, dass sie außerhalb von umzäunten und ummauerten Gebieten und innerhalb von Ortschaften nicht unangeleint herum laufen dürfen. Ein Hund gilt laut Landeshundegesetz als groß, wenn er im ausgewachsenen Zustand eine Schulterhöhe von 40 Zentimetern oder ein Gewicht von über 20 Kilogramm hat. Die Haltung eines großen Hundes muss man beim Ordnungsamt anmelden. Für die Haltung müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein: Der Halter muss seine Sachkunde und eine Haftpflichtversicherung nachweisen, die sich bei Personenschäden auf 500.000 und bei Sachschäden auf 250.000 Euro beläuft. Außerdem muss man den Hund mit einem Chip kennzeichnen. Das Landeshundegesetz kennt außerdem so genannte „Gefährliche Hunde“, für die weitere Bestimmungen, wie eine Maulkorbpflicht gelten. Als „Gefährliche Hunde“ gelten zum Beispiel Pittbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier und deren Kreuzungen.

Hundekot verboten

Laut der Ordnungsbehördlichen Verordnung der Stadt Hennef dürfen Hunde Verkehrsflächen und Anlagen nicht verunreinigen. Sollte es doch dazu kommen, ist die Verunreinigung sofort zu beseitigen. Hierzu hat die Stadt so genannte „Hundekotbeutelspender“ aufgestellt, man kann auch eigene Beutel mitbringen.