Bekämpfung der Herkulesstaude in Hennef

Der Saft der Herkulesstaude kann beim Menschen Verbrennungen verursachen.

Der Saft der Herkulesstaude kann beim Menschen Verbrennungen verursachen.

(13.4.2021, ms) Die Herkulesstaude oder Riesen-Bärenklau, deren Saft Verbrennungen beim Menschen verursachen kann, ist im Rhein-Sieg-Kreis inzwischen nicht nur an vielen Stellen entlang der Sieg und der Agger, sondern auch an kleineren Nebenbächen, an Straßen, Waldrändern und Grünflächen zu finden. Aufgrund der Gesundheitsgefahren versucht man, ihre expansive Ausbreitung einzudämmen. 2019 und auch wieder 2020 haben sich die Natur- und Angelfreunde (NAF) Stein-Stadt Blankenberg und der Fischschutzverein Siegburg bereit erklärt, das Umweltamt der Stadt Hennef und den Rhein-Sieg-Kreis bei der Bekämpfung der Herkulesstaude entlang der Sieg zu unterstützen. Von Mai bis Ende Juli, dem Beginn der Blüte, sind nun auch in diesem Jahr wieder kleine Gruppen unterwegs, um die Problempflanze zu beseitigen. Das notwendige Werkzeug stellt der Rhein-Sieg-Kreis zur Verfügung. Wer bei der Aktion mitmachen will, kann sich beim Umweltamt der Stadt Hennef, Jörn Lohmann, E-Mail: Joern.Lohmann(at)hennef.de, Telefon: 02242/888 304 melden.

Maßnahmen zur Bekämpfung

Die Herkulesstaude wurde als imposante Gartenzierpflanze eingeführt und hat sich mittlerweile selbständig verbreitet. Auf dem Hennefer Stadtgebiet führt die Stadt Hennef seit 2009 Maßnahmen zur Bekämpfung der Herkulesstaude durch und investiert jährlich finanzielle Mittel bis 10.000 Euro. Auf öffentlichen Flächen wird die Herkulesstaude vom Baubetriebshof oder einem beauftragten Gartenbaubetrieb entfernt. Allein im letzten Jahr wurden an 1.155 Standorten rund 5.000 Pflanzen beseitigt. Mit Erfolg: Im Hennefer Stadtgebiet tritt die Staude aufgrund der Maßnahmen in deutlich geringerer Zahl auf, als beispielsweise an der oberen Sieg. Durch das Sieghochwasser, Bodenbewegungen oder im Boden befindliches Saatgut kann es aber immer wieder zu einem erneuten Aufkeimen kommen.

Ab dem Jahr 2017 findet die Bekämpfung aufkommender Herkulesstauden in sogenannten Naturschutzfachlich bedeutsame Flächen durch den Rhein-Sieg-Kreis (Untere Naturschutzbehörde) statt. Dazu gehören in Hennef der Großteil der ufernahen Bereiche entlang der Sieg, die Siegwiesen sowie der Dondorfer See.

Bekämpfungsmethode

Die nachhaltige Bekämpfungsmethode ist die Beseitigung aller ober- und unterirdischen Pflanzenteile. Dies erfordert allerdings sorgsames Vorgehen mit Schutzkleidung. Jeglicher Hautkontakt mit der Pflanze sollte dringend vermieden werden!

Eine Eindämmung der Pflanzen erfolgt normalerweise per Hand mit Spaten oder einem ähnlichen Gerät. Dabei soll der Riesenbärenklau möglichst im Rosettenstadium, also vor der Blüte, ausgegraben werden. Der obere Wurzelstock wird mindestens 15 Zentimeter tief mit einem Spaten ausgestochen. Wichtig ist, dass die Hauptwurzeln komplett durchtrennt werden. Damit die Pflanze nicht wieder nachwächst, müssen die Pflanzenteile aus dem Boden gezogen und entsorgt werden. Die Entsorgung wird so vorgenommen, dass keine Samen oder vermehrungsfähigen Pflanzenteile in die Umwelt geraten. Auch bei älteren Pflanzen ist ein Abschneiden der Pflanze einschließlich der Entfernung der Wurzeln am wirksamsten.

Eine Alternative dazu ist die Methode der Schälmesser-Lanze. Dazu wird mit dem Schälmesser (oder Spaten mit einem schmalen, länglichen Spatenblatt) der Vegetationskegel der Staude in möglichst frühem Stadium durchtrennt, so dass besonders Stängel und Blätter von Schnecken zersetzt werden und eine kostspielige Entsorgung vermieden werden kann.