Marc W1353l im Rathaus: Von der Kunst, die Krise zu deuten

Dystanz – eine multimediale Rauminstallation

Dystanz – eine multimediale Rauminstallation

(13.10.2021, dmg) Nach langer Corona-Pause zeigt die Galerie im Foyer im Hennefer Rathaus ab dem 6. November endlich wieder Kunst. Der Hennefer Künstler Marc W1353l stellt aus und zeigt eine multimediale Rauminstallation „Dystanz“, für die er 2021 zusammen mit Shirin Goldstein beim Kunstwettbewerb der Nordkirche ausgezeichnet wurde. Das Projekt „Dystanz“ besteht aus einer Performance mit NATO-Draht, dokumentiert anhand von Fotografien, Collagen und Installationen. Das Wort „Dystanz“ steht natürlich für Distanz, also eine Entfernung und Zurückhaltung. Die Schreibweise Dys… bezieht sich dabei auf die griechische Silbe „dys“ in der Bedeutung „schlecht“ oder „vom Normalen in schlechter Weise abweichend“. Das Wort betont also die extreme und sozusagen kränkende Art der Distanz, zu der Menschen während der Corona-Zeit aufgefordert waren. Dies wiederum spiegelt sich in der Installation vor allem durch die Ambivalenz des NATO-Drahts, der fragil und brutal zugleich ist. Die Arbeit spiegelt somit Gefühle wieder, die jede*n betreffen, die*der Abstand halten muss und trotz der Gefahr und der notwendigen Vorsicht eine tiefe Verbundenheit zu ihren*seinen Mitmenschen spürt. Etwas unerwartet Hoffnungsvolles zeigt sich durch die Überwindung der angsteinflößenden Klingen. Die Überlagerungen der Fotografien zeigen die Kraft, die entsteht, wenn Zusammensein im Geiste stattfindet.

Die Vernissage zur Ausstellung ist am 6. November um 11 Uhr. Teilnahme ohne Anmeldung möglich, allerdings nur mit 3G-Nachweis. Die Installation ist danach zu sehen bis zum Ende des Jahres. Sehen kann sie jede*r Besucher*in des Rathauses, da dies aber weiterhin nur mit Termin besucht werden kann, bietet Marc W1353l Künstlerführungen an, die Termine werden noch bekannt gegeben.