Das Wunder von Taipeh

Filmplakat

(26.7.2022, dmg) Bis 1970 war Frauenfußball in Deutschland offiziell verboten. Anfang der 1980er hatte sich der Zustand nur minimal gebessert. Frauen konnten den Sport zwar ausüben, aber das wurde vom DFB mehr geduldet als gefördert. Es bestand kein Interesse daran, eine deutsche Fußballnationalmannschaft zu gründen. Als 1981 die Einladung zur ersten inoffizielle Frauen-Fußballweltmeisterschaft nach Taiwan erfolgte, hatte Deutschland keine Nationalmannschaft. Die Einladung ging deshalb an die amtierenden deutschen Rekordmeisterinnen der SSG 09 Bergisch Gladbach. Vor Tausenden begeisterten Fans im Stadion und live im Fernsehen Taiwans spielten die Frauen – ohne die Unterstützung des DFBs – das Turnier ihres Lebens. In seinem Dokumentarfilm „Das Wunder von Taipeh“ lässt John David Seidler die Spielerinnen von damals zu Wort kommen. Sie erzählen von den heute absurd anmutenden Bedingungen, unter denen sie für ihren großen Traum vom Fußball kämpften, gegen alle Widerstände und mit einer gehörigen Portion Humor. Begleitet von historischem Filmmaterial erzählt der Film eine Fußballgeschichte, in der es um viel mehr geht als sportlichen Erfolg, nämlich um Gleichberechtigung und Anerkennung.

28. September, Kur-Theater Hennef, Königstraße 19a, www.kurtheaterhennef.de, in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Hennef. Beginn 19:30 Uhr. Im Anschluss diskutieren der Filmemacher John David Seidler und die ehemaligen Spielerinnen Petra Landers und Brigitte Klinz. Moderation: Andrea Krieger.