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Turmmuseum: Ein Präsent zur Saisoneröffnung

Bürgermeister Klaus Pipke bei der Übergabe des Wappensteines und der damit verbundenen Eröffnung der Museumssaison 2017

Bürgermeister Klaus Pipke bei der Übergabe des Wappensteines und der damit verbundenen Eröffnung der Museumssaison 2017

Der Wappenstein derer von Gall

Der Wappenstein derer von Gall

Der Katharinenturm in Stadt Blankenberg

Der Katharinenturm in Stadt Blankenberg

(2.4.2017, dmg) Anlässlich der Saisoneröffnung des Turmmuseums in Stadt Blankenberg überreichte Bürgermeister Klaus Pipke der Museumsleiterin Margret Joachim einen historischen Wappenstein. Dieser war früher im Besitz von Antonie Wilisch, geb. Freiin von Gall, die von 1949 bis zu ihrem Tod am 10. September 1958 im so genannten „Runenhaus“ in Stadt Blankenberg lebte. Als das Gebäude in den 1990er-Jahren zur Kita umgebaut wurde, fand man den Wappenstein im Garten. Seitdem lag er im Archiv der Stadt. Ab sofort ist er im Turmmuseum zu sehen und zeigt, so Pipke, „dass hier nicht nur die große Historie von Stadt und Burg erzählt wird, sondern vor allem auch die Dorfgeschichten und die Geschichte der Menschen, die hier lebten und leben.“

Das Stadt Blankenberger Heimatmuseum, das „Turmmuseum“, ist im Katharinenturm ganz in der Nähe des „Runenhauses“ untergebracht und von April bis Oktober immer sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

Der Wappenstein von Antonie Wilisch

Der Heimatforscher Prof. Helmut Fischer hat die Geschichte des Wappensteins recherchiert und berichtet: „Der Stein wurde im Garten des so genannten Runenhauses in Stadt Blankenberg gefunden und erinnert an eine Eigentümerin, an Antonie Wilisch geb. Freiin von Gall, die von 1949 bis zu ihrem Tod am 10. September 1958 dort wohnte. Antonie Freifrau von Gall stammte aus einem heute noch weit verbreiteten Geschlecht. Darauf weist der auf dem Wappenstein abgebildete Hahn, lateinisch gallus, mit Nachdruck hin. Sie war verheiratet mit dem Unternehmer und Besitzer der Stellawerke AG, vormals Wilisch & Co., die feuerfeste Produkte unter anderem in Werken in Niederdollendorf und Königswinter herstellte. Nach 1945 kaufte sie das Runenhaus von der Gemeinde Hennef und ließ sich in Blankenberg nieder. Das prächtige Fachwerkhaus hatte es Frau Wilisch sichtlich angetan. Unter den übrigen Fachwerkbauten ragte das Gebäude mit seinem Knickdach durch Größe und Balkensetzung hervor. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts errichtete Jost Henrich Höver, Blankenberger Bürgermeister von 1756 bis 1761, das Gebäude und versah es mit einer Balkenordnung im Giebeldreieck, die aus dem Rahmen des Üblichen herausfällt. Der Schaugiebel zeigt einen so genannten Wilden Mann und einige Andreaskreuze und gibt immer wieder wegen dieser Gestaltung zu gewagten Deutungen Anlass. Man versuchte etwa, in den Balkensetzungen Heils- und Schutzzeichen zu finden und führte die Fachwerkfiguren auf die germanische Bilder- und Runenschrift zurück. Erkannt wurde unter dem Einfluss der nationalsozialistischen Germanenverehrung in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts darin der Wahlspruch des Erbauers, der gelautet haben soll: „Ich stamme von einem Wandernden (Handwerker oder Kaufmann) ab, lebe und vergehe im Recht“. Der Erbauer Jost Hinrich Höver war ein erfolgreicher Geschäftsmann, hat aber gewiss dem Balkengefüge nicht eine solche Bedeutung unterlegt. Insbesondere erhielt das Gebäude in der Zeit des 3. Reiches und im Besitz der Gemeinde Hennef den Namen „Runenhaus“. Vorher hieß es einfach „Ruhrschhus“, Haus der Geschwister Rohr nach den Eigentümern. Die Geschwister Johann, Gerhard und Luise Rohr erbten das Anwesen von ihrem Vater Johann Rohr, dessen Mutter Anna Elisabeth Honrath in den Besitz des Hauses gelangte. Erben waren schließlich die Geschwister Müller aus Hennef, die das Haus 1939 an die Gemeinde Hennef veräußerten. Wenig später gelangte das Haus an den Bauunternehmer Adolf Balensiefen aus Köln, der eine gründliche Instandsetzung vornahm und das Gebäude als Erholungsheim für die Belegschaft seines Betriebs nutzte. Antonie Wilisch dürfte sich in dem im Bauernstil ausgestatteten Haus wohlgefühlt haben. Bis zum Verkauf an die Stadt Hennef und bis zur Einrichtung des Kindergartens in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts lebte dort ihre Tochter Alix Wilisch mit ihren zahllosen Katzen.“

Museum im Katharinenturm

Das „Turmmuseum“, das Stadt Blankenberger Heimatmuseum, ist im Katharinenturm aus dem 13. Jahrhundert untergebracht. Hier wird Geschichte lebendig. Zu sehen sind unter anderem ein maßstabgetreues Modell von Stadt Blankenberg samt Burganlage, wie sie früher einmal bewohnt wurde, lokale Originaldokumente sowie historische und religiöse Druckwerke. Öffnungszeiten von April bis Oktober immer sonntags von 15 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene zwei Euro, Kinder bis 16 Jahren haben freien Eintritt. 

In der Regel jeden ersten Sonntag im Monat sind im Museum Vorführungen traditioneller Handwerkskünste zu sehen: "Spinnen/Weben" am 7.5., 4.6., 2.7., 6.8., 3.9. und am 1.10., die Schumacherwerkstatt ist geöffnet am 2.4., 14.5. (!), 2.7. und am 3.9.




Der Bürgermeister

Volksbegehren G9

Volksbegehren G9

Mit Beschluss vom 13. Dezember 2016 hat die Landesregierung die amtliche Listenauslegung (2. Februar bis 7. Juni 2017) und die parallele Durchführung der Unterschriftensammlung (5. Januar 2017 bis 4. Januar 2018) für das Volksbegehren "Abitur nach 13 Jahren an Gymnasien: Mehr Zeit für gute Bildung - G9 jetzt!" zugelassen. Ziel des Volksbegehrens ist es, dass an Gymnasien in Nordrhein Westfalen das Abitur wieder nach einer Regelschulzeit von 13 Jahren abgelegt wird. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

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