Regionale 2025 und InHK Stadt Blankenberg

InHK Stadt Blankenberg – das Stichwort steht für mehrere Maßnahmen in Stadt Blankenberg, die von der Stadtverwaltung geplant werden. Die Planung geht zurück auf einen Beschluss des Stadtrates. Der hatte 2019 beschlossen, einen Grundförderantrag beim Land NRW zu stellen. Mit dem Beschluss des Finanzplans für 2020 und die Folgejahre hatte der Rat außerdem die mittel- und langfristigen Weichen gestellt.

Aber was ist genau geplant? Im Rahmen der „Regionale 2025“ sind mehrere Maßnahmen für unterschiedliche Themenbereiche, die Stadt und Burg Blankenberg aufwerten sollen, geplant. Ziel ist es,

  • Stadt Blankenberg als attraktiven Wohn- und Lebensraum zu stärken,
  • als bedeutendes historisches Monument herauszustellen,
  • die Besucher des Ortes über die Geschichte von Ort und Region zu informieren,
  • einen Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft schaffen
  • und zugleich den ohnehin vorhandenen Besucherstrom so zu lenken und zu leiten, dass es für Bewohner wie Besucher des Ortes möglichst verträglich ist.

Darüber hinaus bekommt die Feuerwehr eine neue Wache, da die alte Wache modernen Sicherheitsanforderungen nicht mehr gewachsen ist.

Die Maßnahmen konkret

Konkret geplant sind folgende Maßnahmen:

Kultur- und Heimathaus: Am Alten Standort der Feuerwehr soll ein Gemeinschaftshaus und Besucherzentrum, das „Kultur- und Heimathaus“ für Stadt Blankenberg, entstehen. Ganz bewusst vor den Toren und der Mauer, um den Ort selbst zu entlasten. Es soll folgende Einrichtungen beherbergen:

  • einen multifunktional nutzbaren, teilbaren Saal als Veranstaltungsort für die Dorfgemeinschaft sowie weitere Veranstaltungen, Tagungen und Schulungen (z.B. für die Feuerwehr); der Saal hat eine große Fensterfront mit Ausblick auf Stadtmauer und Kirche,
  • ein Besucherzentrum (siehe Foto) für Besucher von Stadt und Burg mit einer Tourist-Info, einer kleinen Cafeteria mit gemütlichen Sitzgelegenheiten und einem Ausstellungsraum zur Geschichte des Ortes und der Kulturlandschaft sowie für wechselnde Ausstellungen (die Cafeteria wird im Normalbetrieb lediglich einen Kaffee- und Getränkeautomaten und kleinere Snacks bieten, kann aber bei Veranstaltungen von Caterern auch für die Bewirtung genutzt werden),
  • und ein Depot für Vereine und das Heimatmuseum im Katharinenturm.

Im Außenbereich sollen Parkplätze für Besucher entstehen sowie ein Picknickbereich und eine Kulturscheune für Veranstaltungen und Workshops zum Beispiel von Schulklassen oder Kooperationspartnern. Insgesamt soll das Kultur- und Heimathaus die Ansprüche der Dorfgemeinschaft, der Heimatpflege und des Tourismus verbinden. Der heutige Spielplatz bleibt übrigens erhalten und wird sogar vergrößert.

Das Kultur- und Heimathaus wird an der Stelle der bisherigen Feuerwache gebaut. Die neue Feuerwache entsteht daneben. Baubeginn für das Kultur- und Heimathaus soll Ende 2023 sein, die neue Feuerwache soll bis dahin fertig sein.

Lehrgarten: Auf dem Areal des neuen Kultur- und Heimathaus wird ein Lehrgarten entstehen. Er vergegenwärtigt anhand von historischen Obst- und Fruchtsorten und einem Arboretum für Wildobst die Entwicklung der heutigen Kulturlandschaft und die damit zusammenhängende Wirtschafts- und Sozialgeschichte des ländlichen Raums. Der Lehrgarten bildet ein Bindeglied zum Heimatmuseum im Katharinenturm, das die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Stadt Blankenbergs anhand von bäuerlichen und handwerklichen Geräten ausstellt und entsprechende Handwerkstraditionen wiederaufleben lässt.

Panoramaweg: Der vorhandene Wanderweg um die Stadtmauer soll verbessert werden. Er wird die Burg mit dem Kultur- und Heimathaus verbinden. Der Panoramaweg ermöglicht fantastische Aussichten ins Siegtal und auf die gegenüberliegenden Hänge und verbindet alle wichtigen Punkte Stadt Blankenbergs. Über diesen Weg wird man die Stadtmauer erstmals in ihrer ganzen Länge umwandern und erleben können. Entlang des Weges sollen Stelen und Infotafeln die Ausstellung des Kultur- und Heimathauses fortsetzen und die Spaziergänger an wichtigen Stellen über die Geschichte von einzelnen Bauwerken oder Mauerabschnitten unterrichten.

Hangspielplatz: Der Altstadtgraben an der Altstadtmauer soll aufgewertet werden. Hier soll ein Raum für Spiel und Begegnung entstehen. Besucher erhalten wieder einen Eindruck von der Geschichte des Ortes. Gleichzeitig wird dieser Ort zum attraktiven Aufenthaltsort für die ganze Familie und bildet einen weiteren Attraktionspunkt des Panoramaweges.

Sanierung der Stadtmauer: Die Sanierung der Stadtmauer ist das größte und wichtigste und mit rund 22 Millionen Euro auch das teuerste Projekt. Das Bauvolumen der Mauer entspricht der Hälfte des Kölner Doms. Sie ist mit der Burg das größte städtische Bauwerk. Pflege und Instandhaltung sind eine wichtige Aufgabe. Der Stadt hat hier eine sehr große Verantwortung. In Zukunft sollen die Pflege und Ausbesserung der Stadt- und Burgmauer von Stadt Blankenberg als laufendes Projekt betrieben werden – so wie man das auch von anderen großen historischen Gebäuden kennt, zum Beispiel vom bereits erwähnten Kölner Dom. Dazu müssen Schäden behoben und historische Abschnitte saniert werden. Die Arbeiten sollen laufend dokumentiert werden, im Kultur- und Heimathaus werden dazu Ausstellungen und Informationsveranstaltungen stattfinden.

Die Geschichte von Stadt und Burg

Stadt Blankenberg verdankt seinen Ursprung der von den Grafen Heinrich II. und Eberhart II. von Sayn auf einem Felssporn über der Sieg errichteten Burg. Anfang des 13. Jahrhunderts machten sie die 1181 erstmals erwähnte Burg zu ihrem bevorzugten Aufenthaltsort. Hauptburg, Vorburg und die von der Burganlage getrennte Altstadt mit einer Fläche von 1,6 Hektar sind im 12. Jahrhundert auf dem Bergrücken angelegt worden. Für den Ausbau und die Sicherung ihres Territoriums verliehen 1245 Graf Heinrich und Gräfin Mechthild von Sayn den Bürgern von Blankenberg Freiheit und Stadtrecht, Jahr- und Wochenmarkt und die freie Schöffenwahl. Die Befestigung der Neustadt geht auf diese Zeit zurück. 1246/47 fiel Blankenberg an die Heinsberger. 1363 kamen Burg, Stadt und Amt Blankenberg an die Grafen von Berg.

Nach Zerstörungen im 30-jährigen Krieg im 17. Jahrhundert sank Stadt Blankenberg zur Bedeutungslosigkeit herab. In französischer Zeit verlor es 1805 die Stadtrechte und wurde als Landgemeinde der „Mairie Hennef“ zugeordnet. Haupttätigkeit der Stadtbewohner blieb die Landwirtschaft, bis 1907 auch der Weinbau. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckten Geschichtsfreunde das „Kleinod im Siegtal“. Durch die Eröffnung der Eisenbahn im Siegtal wuchs die Zahl der Besucher*innen und letztlich auch der Einwohner*innen. Nach dem Verlust der Stadtrechte 1805 gelang es den Bürgern bis 1934 einige Selbstverwaltungsrechte zu erhalten. Seit 1954 heißt der inzwischen nach Hennef eingemeindete Ort in Erinnerung an die einstigen Freiheiten „Stadt Blankenberg“.

Nach dem 2. Weltkrieg gab der Heimat- und Verkehrsverein den Anstoß zur Erhaltung des Gesamtdenkmals Stadt Blankenberg. Die Notwendigkeit der Restaurierung von Gebäuden wurde damit erstmals zum generellen Thema. 1978 hat die Gemeinde Hennef einen Bebauungsplan aufgestellt, am 08.01.1988 trat die Denkmalbereichssatzung „Ortskern Stadt Blankenberg“ in Kraft.

Die Burg heute

Von der ehemaligen Hauptburg sind heute nur noch Reste erhalten: Reste des Palas, des Pfortenhauses und spärliche Reste einer Doppelkapelle. Auf der Südseite steht ein mächtiger Bastionsturm aus dem 15. Jahrhundert, an der Nordseite ein runder Bergfried. Durch ihre erhöhte Lage auf der Spitze eines Felssporns mit einem beeindruckenden Blick über das Siegtal hat die Burg eine besondere Wirkung, die heute zahlreiche Touristen anzieht. Auf der Vorburg sind ein starker Rundturm und eine hohe Schildmauer sowie ein Torturm erhalten. Die Vorburg befindet sich im Privatbesitz und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Alt- und Neustadt

Die ehemalige Altstadt ist heute eine Weidenfläche. Sie ist in weiten Teilen ebenfalls in Privatbesitz. Sie bildet ein bisher kaum erforschtes Bodendenkmal. Die Erkundung und Kartierung des Bodendenkmals ist Teil des Integrierten Handlungskonzepts für Stadt und Burg Blankenberg. Ziel ist, die historischen Spuren im Rahmen des zukünftigen Ausstellungskonzepts anschaulich zu vermitteln.

Die Altstadt ist wie Burg und Neustadt ebenfalls von einer Stadtmauer eingerahmt. Diese ist im Süden zur Neustadt hin gut erhalten, in den anderen Bereichen jedoch nur noch fragmentarisch. Südlich der Altstadt schließt der heutige Siedlungsschwerpunkt und erhalten gebliebene historische Ortskern der Neustadt an. Der Katharinenturm im Süden und der Grabenturm im Norden bilden weithin sichtbare, imposante Eingänge zum Ortskern.

Denkmale und Denkmalbereichssatzung

Der Ortskern ist geprägt durch eine gut erhaltene, historische Struktur, die sich durch schmale Straßen und Gassen, den Marktplatz und eine kleinteilige, zumeist zweigeschossige Bebauung auszeichnen. Prägend für Stadt Blankenberg sind Gebäude in Holzfachwerkbauweise. Entlang der Mechthildisstraße, der Katharinenstraße, der Renteigasse, am Marktplatz sowie in der Graf-Heinrich-Straße stehen mehr als die Hälfte der Gebäude unter Denkmalschutz. Der ausgewiesene Denkmalsatzungsbereich Stadt Blankenberg umfasst die Neustadt mit der Stadtumwehrung. Geschützt sind der mittelalterliche Straßengrundriss, die Parzellierung sowie das historische Erscheinungsbild einer Vielzahl der Wohnhäuser des 18. und 19. Jahrhunderts. In diesem Bereich sind ebenfalls zahlreiche Einzeldenkmäler geschützt. Hervorzuheben sind neben der Hauptburg, der Vorburg und den mittelalterlichen Befestigungsanlagen von Alt- und Neustadt vor allem die beiden Stadttore, das aus dem 13./14. Jahrhundert stammende Katharinentor und das Grabentor sowie die aus dem 13. Jahrhundert stammende Pfarrkirche St. Katharina. Als prägnante Bauten im Ortsbild sind außerdem das Runenhaus, die ehemaligen Schulgebäude am Markt und an der Mechthildisstraße zu nennen.

Bodendenkmale

Der gesamte Bereich der Burg mit Altstadt und Neustadt ist als Bodendenkmal geschützt. Darüber hinaus ist das historische Straßen- und Wegenetz des Ortes weitgehend erhalten und Teil des Denkmals. Bemerkenswert sind auch die historischen Hohlwege. Der Hohlweg Scheurengarten am Fuße der südseitigen Stadtbefestigung ist ein künstlich ausgehobener ehemaliger Wehrgraben und damit integraler Bestandteil der historischen Befestigungsanlagen. Die nach Süden orientierte, mauerseitige Böschung wird zudem bis heute als Weinberg genutzt und ist mit seinen erhaltenen Trockenmauern und Terrassierungen Teil der historischen Kulturlandschaft in und um Stadt Blankenberg, die Spuren weiterer historischer Weinberge umfasst. Der am Katharinenturm endende Hohlweg der Eitorfer Straße in Richtung Süchterscheid bildet die historische Wegverbindung von Osten zum Hügelrücken von Stadt und Burg. Er war bereits für den Materialtransport zum Bau der Burg von Bedeutung. Die künstliche Ausbildung als Hohlweg verbesserte zudem die Möglichkeit der Kontrolle und die Verteidigung des Städtchens. Der Hohlweg der Eitorfer Straße ist zwar kein eingetragenes Denkmal, jedoch ein für die historische Kulturlandschaft wichtiges Relikt.


Was ist ein Integriertes Handlungskonzept (InHK)?

Ein integriertes Handlungskonzept (InHK) ist ein strategisches Planungs- und Steuerungsinstrument der Stadtentwicklung. Strategische Planungsinstrumente ergänzen zunehmend die konkrete Bauleitplanung. Ein integriertes Handlungskonzept beruht auf der ganzheitlichen Betrachtung eines städtischen Teilraumes bzw. eines Stadtquartiers. Mit seiner Hilfe können städtebauliche, funktionale oder sozial-räumliche Defizite und Anpassungserfordernisse aufgezeigt und bearbeitet werden. Die integrierte Handlungsstrategie beruht auf einer Schwächen- und Potentialanalyse. Neben einer Bestandsaufnahme enthält das Konzept die Beschreibung einer Gesamtstrategie und beschreibt wesentliche Handlungsfelder und Maßnahmen, die geeignet sind, die Gebietsentwicklung positiv zu beeinflussen. Zudem wird die Zeit- und Investitionsplanung für die Umsetzung des Handlungskonzeptes offen gelegt. (Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, „Integrierte Handlungskonzepte in der Stadtentwicklung“, Düsseldorf, 2012) 

Folgende Bausteine sind in einem Integrierten Handlungskonzept zu erarbeiten: Analyse der Ausgangssituation in Form einer Stärken-Schwächen-Analyse; Festlegung des Programmgebietes; Definition von Zielen; Formulierung von daraus abgeleiteten Handlungsansätzen und Maßnahmen der Gebietsentwicklung; Erstellung eines Maßnahmen- und Finanzierungskonzepts; Durchführung einer Öffentlichkeitsbeteiligung. Das Integrierte Handlungskonzept dient dazu in das Städtebauförderprogramm aufgenommen zu werden.

Checkliste: Was war, was kommt?

Am 15.03.2017 hat der Ausschuss für Dorfgestaltung und Denkmalschutz den Beschluss gefasst, für Stadt Blankenberg ein Integriertes Handlungskonzept zu erstellen. Der zu entwickelnde Teilbereich umfasst das im nebenstehenden Plan gekennzeichnete Gebiet.

Was ist bereits geschehen, was passiert noch?

  1. Beschluss des Dorfausschusses, für Stadt Blankenberg ein Integriertes Handlungskonzept zu erstellen. – Erfolgte am 15.03.2017.
  2. Bürgerworkshop in Stadt Blankenberg. – Erfolgte am 26.6.2017.
  3. Zwischenbericht im Dorfausschuss. – Erfolgte am 10.10.2017.
  4. Erste Informationsveranstaltung für Bürger*innen. – War am 16.10.2017.
  5. Erste Präsentation Tourismuskonzept für Stadt Blankenberg im Dorfausschuss. – Erfolgte am 14.3.2018.
  6. Workshop „Situation, Ziele, Strategien, Positionierung, erste Projekte und Maßnahmen“. – Erfolgte am 17.5.2018 in Stadt Blankenberg.
  7. Verkehrsuntersuchung Stadt Blankenberg. – Erfolgte 2017-2018.
  8. C-Status der Regionale-2025-Agentur als klare Förderperspektive für das Gesamtprojekt und seine einzelnen Bausteine. – Erfolgte am 27.8.2018.
  9. Präsentation Tourismuskonzept und Integriertes Handlungskonzept Stadt Blankenberg im Dorfausschuss. – Erfolgte am 26.09.2018.
  10. Änderung des Flächennutzungsplans. – Beschluss zur Änderung im Dorfausschuss vom 19.3.2019.
  11. Aufstellung von Bebauungsplänen. – Beschluss zur Änderung im Dorfausschuss vom 19.3.2019.
  12. Planungswettbewerb für das Kultur- und Heimathaus und die Feuerwehr. – Abgeschlossen im Juli 2019.
  13. November 2019: Vorstellung des Gesamtberichtes zum InHK StadtBlankenberg im Rat der Stadt Hennef, Zustimmung des Rates, Einreichen des Förderantrages.
  14. November 2019: B-Status der Regionale-2025-Agentur
  15. August 2020: Die Stadt hat die Projektunterlagen für den A-Status pünktlich bei der Regionale-2025-Agentur eingereicht. Der A-Status ist keine Förderzusage, verleiht dem Gesamtprojekt jedoch eine hohe Priorität im Land und ist ein entscheidendes Kriterium für spätere Förderanträge von Einzelmaßnahmen.
  16. Ab 2021:
    • Neubau Feuerwehrgerätehaus unmittelbar in der Nähe des heutigen Gebäudes.
    • Nach dem Umzug der Feuerwehr: Bau des neuen Kultur- und Heimathauses anstelle des bisherigen Feuerwehr.
    • Sanierung und Bau des Panoramaweges.
    • Beginn der Sanierung der Mauer.
    • Erarbeiten ener Ausstellungskozeption für das Kultur- und Heimathaus.