
04 Aug. Arbeiten an der Fahrradstation gehen weiter

Entwurf der Fahrradstation am Place le Pecq
Auf dem Place Le Pecq am Bahnhof Hennef entsteht eine Fahrradstation. Nach unvorhergesehenen Verzögerungen bei Planung und Ausschreibung kann es nun auf der Baustelle weitergehen: Die Erd- und Rohbauarbeiten beginnen im Laufe der Sommerferien.
Die Fahrradstation in Hennef kombiniert eine unterirdische Abstellanlage für Fahrräder mit einem attraktiv gestalteten Gebäude auf dem Platz. Die Abstellanlage wird über eine Rampe von der Humperdinckstraße erreicht und bietet ein Raumpotenzial für rund 400 Fahrräder, die durch ein automatisiertes Zugangssystem vor Diebstahl, Vandalismus und Witterung geschützt in unmittelbarer Nähe zur Bahn abgestellt werden können. Das oberirdische Gebäude bietet Platz für einen Fahrradhandel inklusive Werkstattbetrieb (Reparatur und Service) und schließt damit eine bestehende Angebotslücke in der Hennefer Innenstadt. Außerdem entsteht ein barrierefreies, öffentliches WC. Der Bau soll im nächsten Jahr fertiggestellt werden.
Finanzierung als Modellprojekt
Ermöglicht wird der Bau der Fahrradstation als bundesweites Modellprojekt für das Fahrradparken an Bahnhöfen durch eine Förderung des Bundes auf Beschluss des Deutschen Bundestages, der 90 Prozent der angemeldeten Planungs- und Baukosten trägt; der Anteil aus dem städtischen Haushalt beträgt demnach nur zehn Prozent. Nach den ersten erfolgten Ausschreibungen und Auftragsvergaben bewegt sich das Bauprojekt im Kostenrahmen, der mit 4,2 Mio. Euro berechnet ist.
Bedarfsermittlung für die Fahrradstation
Die Fahrradstation soll das Pendeln mit dem Fahrrad einfacher, sicherer und attraktiver machen, um mehr Menschen den Umstieg auf das Rad und den ÖPNV zu ermöglichen. Dies dient dem Ziel, Verkehr nachhaltiger und umweltverträglicher zu gestalten und vor allem die Verkehrsinfrastruktur in der Region leistungsfähig zu halten, da die stetig steigenden Fahrzeugzahlen besonders in den zentralen Lagen nicht mehr abgewickelt werden können. Die Sperrung der Bonner Nordbrücke ist ein besonders deutliches Zeichen für die strukturelle Überlastung der Verkehrsinfrastruktur. Mit dem Masterplan Mobilität sowie Teilprojekten wie der Fahrradstation oder der Ausweisung von RadPendlerRouten verfolgt die Stadt Hennef daher das Ziel, den sogenannten Umweltverbund (Fuß- und Radverkehr, Bus und Bahn) attraktiver zu gestalten, um Verkehre nachhaltig und zukunftsfähig zu verlagern.
Im Stadtzentrum und den unmittelbar angrenzenden Stadtteilen leben rund 30.000 Menschen, die auf relativ kurzen Wegen den Bahnhof Hennef (Bus und Bahn) mit dem Fahrrad erreichen können. Doch heute fehlen sichere Abstellanlagen für Fahrräder. Der Bestand an Mietboxen ist dauerhaft ausgereizt und kann den Bedarf nicht decken. Zudem sind die alten Boxen zum Teil abgängig. Im Vorfeld wurde durch ein Fachbüro eine Machbarkeitsstudie mit Bedarfsermittlung für eine Fahrradstation durchgeführt, wozu unter anderem eine Befragung von Reisenden am Bahnhof Hennef gehörte, um eine zielgenaue Dimensionierung der Station zu ermöglichen.
Ebenfalls wurde eine Integration von Fahrradabstellanlagen in das bestehende P&R-Parkhaus Humperdinckstraße geprüft. Allerdings sind sowohl die Deckenhöhen als auch die Zufahrten in Kombination von Auto- und Radverkehr nicht geeignet für den sicheren Betrieb als Fahrradabstellanlage. Die für einen umfangreichen Umbau des Auto-Parkhauses erforderlichen Mittel lägen mit hoher Wahrscheinlichkeit für die Stadt Hennef deutlich über dem städtischen Eigenanteil für den Bau der Fahrradstation, sodass diese Option als unwirtschaftlich verworfen wurde. Zudem würden Parkflächen für Autos im Zentrum entfallen. Die vom Bund mit 3,67 Mio. Euro geförderte Fahrradstation in der Kombination von Abstellanlage und Service-Angebot unmittelbar am Bahnhof bietet die nachhaltigere, zukunftssichere und damit vom Stadtrat präferierte Lösung, um den Radverkehr in Hennef zu stärken.
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Beitrag vom 4.8.2026

