Eine besondere Begegnung

Russell Sattazahn zusammen mit Bürgermeister Mario Dahm vor der Ehrentafel in Uckerath.

Eine besondere Begegnung

(ms) „Das war eine besondere Begegnung“, sagte Bürgermeister Mario Dahm. In Uckerath traf er Russell Sattazahn, der als 18-jährige US-Soldat der 1. Infanteriedivision am 24. März 1945 aus Pennsylvania nach Uckerath kam. Der heute 100-Jährige kehrte nach mehr als 81 Jahren erstmals wieder an den Ort zurückkehrte, der sein Leben für immer veränderte.

Damals erreichte Russel Sattazahn das von Kämpfen gezeichnete Uckerath. Unter schwerem Maschinengewehrfeuer gelang ihm wie durch ein Wunder der unverletzte Aufstieg aus dem Hanftal. Schutz suchte er schließlich im Keller eines Hauses an der Ackerstraße. Doch das Versteck bot keine dauerhafte Sicherheit. Durch deutschen Beschuss erlitt der junge Soldat dort schwerste Verletzungen und verlor seine rechte Hand sowie seinen Unterarm. Sein Kamerad William J. Rohrbaugh, der ebenfalls durch Panzer- oder Artilleriebeschuss verwundet worden war, überlebte die dramatische Nacht im Keller nicht. Erst am darauffolgenden Tag konnte Russel Sattazahn im ehemaligen Uckerather Krankenhaus erstversorgt und anschließend zur weiteren medizinischen Behandlung abtransportiert werden.

Die Rückkehr an diesen historischen Ort ging dem Jahrhundertzeugen sichtlich nahe, als er erneut die Kellertreppen des Hauses an der Ackerstraße hinabstieg, das bis heute unverändert an derselben Stelle steht. Bürgermeister Mario Dahm begrüßte Russell Sattazahn vor Ort und bedankte sich für seinen mutigen Einsatz zur Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus. Zu seinen Ehren wurde am Haus eine Tafel angebracht, die an seine Lebensgeschichte und den Einsatz viele alliierter Soldaten sowie die Schrecken des Krieges erinnert. Russell Sattazahn erzählt seine Geschichte im Rahmen eines Zeitzeugenprojektes weiter. Ein Dank geht an die ehrenamtlich Engagierten aus den USA und Deutschland im Projekt „Keeping History Alive“ und das Museum Hürtgenwald, die umfangreiche Recherche betrieben, das Haus ausfindig gemacht und Russell Sattazahn sowie zwei weiteren Veteranen den Besuch in Deutschland ermöglicht haben. Ebenso danke an die Familie Kroll, die das Anbringen der Tafel am Gebäude ermöglicht hat.
„Wir werden die Erinnerung wachhalten und als stetige Mahnung verstehen, uns für Frieden, Freiheit, Demokratie und Völkerverständigung einzusetzen. Danke, Russell Sattazahn“, so Bürgermeister Mario Dahm.

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Beitrag vom 6.10.2026