Frauenkörper im Fokus: Miriam Funk las in der Meys Fabrik

Die Gleichstellungsbeauftragte Anja Kuhn (links) bedankte sich bei Miriam Funk für die aufschlussreiche Lesung.

Frauenkörper im Fokus: Miriam Funk las in der Meys Fabrik

 

Die Gleichstellungsbeauftragte Anja Kuhn (links) bedankte sich bei Miriam Funk für die aufschlussreiche Lesung.

Die Gleichstellungsbeauftragte Anja Kuhn (links) bedankte sich bei Miriam Funk für die aufschlussreiche Lesung.

(ms) Mehr als hundert vorwiegend weibliche Gäste kamen in die Meys Fabrik. Denn die Autorin, Medizinjournalistin, Lwektorin und Physiotherapeutin Miriam Funk las, anlässlich des „Internationalen Tags der Frauengesundheit“, aus ihrem Buch „Frauenkörper ticken anders“.

Männliche Normen in der Medizin

In ihrer Lesung beleuchtete Funk die strukturellen Benachteiligungen von Frauen im Gesundheitssystem. Sie berichtete von Patientinnen, die bei Arztterminen nicht ernst genommen werden, und von den Hürden, wenn Frauen selbstbestimmt über ihren eigenen Körper entscheiden möchten. Untermauert wurden diese Schilderungen durch fundierte Fakten: In medizinischen Lehrbüchern gilt der Mann oft noch als Standard, geprägt durch patriarchale Strukturen in Entscheidungsgremien. Aktuell befinden sich in Deutschland rund neun Millionen Frauen in dieser Phase. Frauen tragen ein nachweislich höheres Risiko für Autoimmunkrankheiten.

Der Ausblick

Trotz der Defizite sieht die Miriam Funk positive Entwicklungen und nannte als Vorbild die Berliner Gynäkologin Mandy Mangler. Um eine für alle Menschen passende, individualisierte Medizin zu erreichen, fordert die Autorin drei zentrale Maßnahmen. Den „Gender Data Gap“ (die geschlechtsspezifische Datenlücke) in der Forschung zu schließen. Die Forschung im Bereich der Frauengesundheit deutlich besser zu finanzieren. Und die geschlechtersensible Medizin fest in das Medizinstudium zu integrieren.

Die gut besuchte Veranstaltung stieß im Publikum auf große Zustimmung. Organisiert wurde der Abend von den Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Hennef, der Stadtbibliothek Hennef und der Buchhandlung am Markt.

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Beitrag vom 2.6.2026