Geballte Kompetenz in Tönen: Dozentenkonzert der Musikschule

Geballte Kompetenz in Tönen: Dozentenkonzert der Musikschule

Standing Ovations zum Finale des Dozentenkonzertes

(ms) 14 Dozentinnen und Dozenten der Musikschule der Stadt Hennef plus eine Musikerin als Gast verwandelten die Bühne der voll besetzten Meys Fabrik in ein poetisches Feuerwerk der Musik.

Bevor Sergey Markin – stellvertretend für das Team – das Publikum begrüßte, stimmten er und seine Kollegin Nevena Pejcic am Klavier (4hdg) die Anwesenden mit einem Bach-Choral ein.

Dies war der erste magische Moment an diesem Nachmittag, der durch eine außergewöhnliche Intensität geprägt war. Die offizielle Eröffnung des Programms übernahm Paulo Fernandes an der Trompete mit derIntrada von Arthur Honegger, einem Stück voller Farben und mitreißender Rhythmen, souverän begleitet von Sergey Markin am Klavier.

Das weitere Programm war stilistisch sehr vielseitig. Neben klassischer Musik, gab es auch Jazz und andere Genres zu hören. Die Musikerinnen und Musiker präsentierten sowohl bekannte Stücke als auch eigene Kompositionen und Improvisationen. Dabei faszinierten sie das Publikum mit den unterschiedlichen Klangfarben ihrer Instrumente.

Den Auftakt machte Sergey Markin mit Schuberts Impromptu Es-Dur. Es folgten Beate Starken am Cello und ihre Duo-Partnerin Katrin Weninger am Klavier mit dem zweiten und dritten Satz aus Schuberts Arpeggione. Maria Iltschenko glänzte zunächst solo mit drei selten gespielten Preludes von Eduard Abramian und präsentierte anschließend zusammen mit Nevena Pejcic zwei vierhändige Stücke von Pëtr Tschaikowski.

Ein besonderer Höhepunkt waren die Auftritte rund um die Bläserinnen Sophia Aretz (Querflöte) und Nanae Yamashita-di-Renzo (Oboe), die am Klavier von Annette Chang-Küsche begleitet wurden. Als Trio begeisterten sie mit dem Andante der zeitgenössischen Komponistin Madeleine Dring. Für Camille Saint-Saëns’ berühmte Caprice sur des airs danois et russes erweiterte die Klarinettistin Kumi Iitsuka das Ensemble zu einem Quartett, das durch sein Zusammenspiel bestach.

Ähnliches gilt für den Jazz, der durch seine kreativen Freiräume oft noch komplexer und vertrackter ist. Hier bewiesen Lea Falkenhan (Gesang) und Uli Faller (Gitarre) bei ihren drei Stücken echte Spielfreude. Das Duo interpretierte Loud (O. Dean), I Wish (S. Wonder) und I Know You Know (E. Spalding) mit sichtbarem Spaß am Zusammenspiel. Hier zeigte sich, wie entscheidend Kreativität für eine gelungene Interpretation ist. Doch auch beim Komponieren und Improvisieren bleibt diese Fähigkeit unverzichtbar. So präsentierte die Pianistin Nevena Pejcic am Klavier ihre Eigenkomposition The Ripe Age (zu Deutsch: Im reifen Alter) – eine musikalische Annäherung an eine Lebensphase, die für sie selbst noch in weiter Ferne liegt. Sie spielte das Stück mit großer Sensibilität und einem außergewöhnlichen Gespür für feinste harmonische Nuancen. Friedwart Goebels wiederum spannte in seiner Improvisation unter dem Titel Lambarene einen faszinierenden Bogen zwischen der tröstenden Musik von Johann Sebastian Bach und der puren Lebensfreude afrikanischer Rhythmen. In diesen kreativen Kontext fügte sich auch der Einsatz moderner Technik ein. Daniel Manrique-Smith nutzte eine Loop-Machine und erzeugte auf seiner Querflöte einen besonders weichen Ton. Seine Live-Einspielung von Astor Piazzollas Klassiker Libertango in Echtzeit begeisterte das Publikum.

Den Abschluss bildete ein echtes Highlight. Fünf Pianistinnen und Pianisten teilten sich die Tasten eines  Klaviers. Albert Lavignac hat diesen rasanten Galop-Marche komponiert. Das humorvolle Stück zeigte einmal mehr, dass trotz aller Ernsthaftigkeit beim Musizieren der Spaß niemals zu kurz kommen sollte.

Wie nach jedem Stück gab es auch am Ende großen Beifall. Das Publikum forderte lautstark eine Zugabe, die die Musikerinnen und Musiker mit einem gemeinsamen Blues lieferten.

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Beitrag vom 14.7.2026