
25 Nov. Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Bürgermeister Mario Dahm präsentiert die Brötchentüte zusammen mit den Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Hennef, Anja Kuhn (rechts) und Birgitta Reich (links).
(ms) „Gewalt kommt uns nicht in die Tüte“ – so steht es jetzt auf vielen Brötchentüten, ergänzt von einer Liste auf der Rückseite mit den wichtigsten Notfallnummern, darunter die des bundesweiten Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ (116 016) sowie Kontakte zu regionalen Beratungsstellen im Rhein-Sieg-Kreis und Bonn. Ein QR-Code führt direkt auf die Website des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt, wo weitere Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten bereitgestellt werden.
Zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ am 25. November beteiligt sich die Stadt Hennef zum zweiten Mal an der kreisweiten Brötchentüten-Aktion. Unterstützt wird die Aktion durch den Landrat und die Bürgermeister*innen. Die Bäckerinnung und die örtlichen Bäckereien machen die Aktion möglich. Rund um den 25. November werden in den Bäckereifilialen die Brötchentüten verteilen. Und das sind 200.000 Brötchentüten im gesamten Rhein-Sieg-Kreis und Bonn. Ziel ist es, die Bevölkerung auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. Denn Gewalt ist kein privates Problem – es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Die Finanzierung der Druckkosten in Höhe von 4.500 Euro übernahmen die Gleichstellungsbeauftragten der Kreisverwaltung und die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten mit Unterstützung durch Landesfördermittel.
Bürgermeister Mario Dahm erklärte: „Die Brötchentütenaktion bringt das Thema „Gewalt gegen Frauen“ mitten in unseren Alltag. Mit der Aktion wollen wir das Schweigen brechen und Betroffene und Angehörige ermutigen, sich Hilfe zu suchen. Die Rückseite der Brötchentüten ist dabei besonders wichtig, denn sie bietet direkte Kontaktmöglichkeiten zu Beratungsstellen und Schutzeinrichtungen. Mein Dank geht an die Bäckereien, die eine wichtige gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und dabei helfen, das Thema häusliche Gewalt ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. Die Gleichstellungsbeauftragten Anja Kuhn und Birgitta Reisch ergänzten: „In diesem Jahr wurde mit verabschiedeten Gewalthilfegesetz ein Meilenstein gelegt. Erstmals wurde ein bundesweiter Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder geschaffen, der ab dem 1. Januar 2032 gilt. Dieser muss auch im Rhein-Sieg-Kreis umgesetzt werden. Ein zentrales Ziel des Gesetzes ist es, die bisherige Unterversorgung im Hilfesystem zu beheben. Aktuell fehlen in Deutschland rund 14.000 Frauenhausplätze.“
In Hennef beteiligen sich alle Bäckereien an der Aktion. Die GILGEN’S Bäckerei & Konditorei GmbH verteilt in ihren Filialen 43.000 Brötchentüten, die DLS Vollkorn-Mühlenbäckerei GmbH 15.000 Tüten, Cafékränzchen Drecker in Hennef und Eitorf 570 (in Hennef 270), die Stadtbrotbäcker Rott GmbH 250 Tüten und die Kamps Filiale 150 Tüten.
Neuer Höchststand: Häusliche Gewalt 2024
Mehr als 265.000 Menschen waren 2024 von häuslicher Gewalt betroffen – ein Anstieg um 3,8 Prozent, im Fünfjahresvergleich ist ein Anstieg von fast 14 Prozent zu verzeichnen. 73 Prozent der Betroffenen sind Frauen.
Das bedeutet, dass in Deutschland durchschnittliche alle zwei Minuten ein Mensch Gewalt im sozialen Nahraum erlebt. Besonders häufig ging die Gewalt von Partnern oder Ex-Partnern aus: Im Bereich der Partnerschaftsgewalt wurden etwa 171.100 Fälle registriert, was einem Plus von etwa 1,9 Prozent entspricht. Fast 80 Prozent der Betroffenen in diesem Bereich sind weiblich. Die Täter sind in drei von vier Fällen Männer. Die tatsächliche Betroffenenzahl dürfte erheblich höher liegen, da viele Vorfälle aus Angst, Scham oder anderen Gründen nicht zur Anzeige gebracht werden.
Weitere Infos hier.
________________
Beitrag vom 25.11.2025

