Der Hennefer Jahresrückblick – und ein Blick auf 2026

Bürgermeister Mario Dahm (Foto: Sandra Seifen)

Der Hennefer Jahresrückblick – und ein Blick auf 2026

 

Liebe Henneferinnen und Hennefer,

2025 hat wieder viele Herausforderungen für uns bereitgehalten hat, aber auch viele schöne Momente. In unserer Stadt ist so einiges passiert. Wichtige Projekte wurden begonnen oder abgeschlossen, die unsere Stadt voranbringen. Zum Jahreswechsel möchte ich an dieser Stelle einen Blick zurück auf das Jahr 2025 in Hennef werfen, aber gleichzeitig auch nach vorne schauen, was das Jahr 2026 bringen wird.

Das Jahr 2025: Wichtige Projekte für gute Bildung

Pünktlich zum Ende der Sommerferien konnten wir das neue Schulgebäude für die „Schule in der Geisbach“ übergeben, die nun nach ihrem Umzug in das neue Haus an der Theodor-Heuss-Allee „Verbundschule Hennef“ heißt. Rund 10,9 Mio. Euro haben wir investiert, um ein Bürogebäude zu einer modernen Schule umzubauen und optimale räumliche Bedingungen für die Schülerinnen und Schüler der Förderschule zu schaffen. Bei der feierlichen Eröffnung konnten die Schülerinnen und Schüler die neuen Räume schon einmal in Augenschein nehmen. In den Herbstferien stand dann der Umzug in die neue Schule an.

Voll im Zeitplan liegen die Arbeiten für die neue „Kita Warth“. Mit dem Spatenstich im März begann der Bau der neuen fünfgruppigen Kindertageseinrichtung an der Meiersheide, der bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein soll. So schaffen wir weitere Betreuungsplätze für Familien in Hennef.

Sicherheit im Fokus

Gleich zweimal feiern konnte die Freiwillige Feuerwehr Hennef. Mit einer feierlichen Übergabe wurde im Frühjahr das neue Feuerwehrhaus in Stadt Blankenberg an die dortige Löscheinheit übergeben. Das neue Gebäude bietet nun optimale Bedingungen für die Mitglieder der Feuerwehr, eigene Räume für die Jugendfeuerwehr, einen großen Übungsplatz und eine neue Zufahrt auf die Eitorfer Straße, wodurch das Ausrücken im Einsatzfall beschleunigt wird. Insgesamt 8,17 Mio. Euro haben wir dafür investiert. Im Sommer folgte dann der Baubeginn für den neuen Feuerwehrstandort im Gewerbegebiet Hossenberg. Hier wird ein Bestandsgebäude zu einem Feuerwehrhaus für die neue, sechste Einheit der Feuerwehr Hennef umgebaut. Mit der neuen Löscheinheit wird das Stadtgebiet künftig besser abgedeckt, sodass die ehrenamtlichen Einsatzkräfte schneller vor Ort sein können.

Um für Nachwuchs und Respekt vor Einsatzkräften zu werben, fand der erste Hennefer Blaulichttag statt, bei dem sich rund 600 Schülerinnen und Schüler im Schulzentrum über die Arbeit von u. a. Feuerwehr, Polizei, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen informieren konnten.

Gut unterwegs in Hennef

Die Mobilität in Hennef nachhaltiger, sicher und umweltverträglich zu gestalten, hat sich der Rat der Stadt mit dem einstimmigen Beschluss des Masterplans Mobilität zum Ziel gesetzt. Im Frühjahr konnten wir z. B. die dritte Radpendlerroute in Hennef freigeben, die von der Warth bis Geistingen führt. So wird gerade der Schulweg auf den Fahrradstraßen für viele sicherer. Künftig soll die Route bis Sankt Augustin weitergeführt werden. Mit dem Spatenstich und den vorbereitenden Maßnahmen konnte auch der Bau der Fahrradstation am Bahnhof beginnen, die vom Bund als Modellprojekt mit über 3,67 Mio. Euro gefördert wird. So entstehen sichere Abstellplätze für Fahrräder und ein Fahrradhandel inklusive Werkstatt – und das bei einem geringen Eigenanteil für den städtischen Haushalt. Nach leichten Verzögerungen in der Ausführungsplanung geht es im neuen Jahr bei besseren Witterungsbedingungen mit dem Bau weiter. Dass die Maßnahmen Erfolg zeigen, belegte auch der bundesweite Fahrradklimatest des ADFC, bei dem sich unsere Stadt seit 2020 stetig verbessert.

Lebenswerte Stadt

Eine funktionierende Stadt lebt vom starken gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dafür wollen wir in Hennef gute Voraussetzungen schaffen und im wahrsten Sinne des Wortes Raum bieten. Die Sanierung des Veranstaltungssaals im alten Landgasthof in Bröl konnte mit einer Förderung des Landes abgeschlossen werden, sodass hier weiterhin die Vereine und die Dorfgemeinschaft einen Ort für Miteinander und Begegnung haben. Auch aus dem alten Feuerwehrhaus in Söven soll ein solcher Ort werden, denn das Gebäude erhält mit dem Umbau neue Räume für die Grundschule und zwei Multifunktionsräume als Dorfzentrum für die Obergemeinde. Die Planungen konnten abgeschlossen und eine Landesförderung gesichert werden, sodass der Umbau gestartet ist.

Ein ganz neuer Ort für die Stadtgeschichte, für Heimatbildung, für Veranstaltungen, Kultur, Vereine und Ehrenamt entsteht mit dem Kultur- und Heimathaus in Stadt Blankenberg. Mit dem Spatenstich begannen im Frühjahr die Bauarbeiten für das Projekt, das im Rahmen der REGIONALE 2025 zu 70 Prozent durch die Städtebauförderung von Bund und Land finanziert wird.

Auch die Sportinfrastruktur konnten wir in diesem Jahr stärken. Mit dem Abriss der alten Sporthalle an der Hanftalstraße ist der erste Schritt für eine neue, größere, barrierefreie Sporthalle für den Schul- und Vereinssport gemacht. Die Sporthalle „Am Kuckuck“ wird ab dem Halbjahreswechsel wieder für den Sport zur Verfügung stehen. Am Sportplatz in Uckerath wurden der Kunstrasen erneuert und Outdoor-Fitnessgeräte aufgestellt. Und an der Meiersheide entstand der erste öffentliche Beachvolleyballplatz in Hennef. Die Sanierung des Hallenbads an der Sportschule Hennef dauert noch an.

Nachhaltige Zukunft

Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch in Hennef spürbar. Um uns als Stadt besser an diese Auswirkungen anzupassen, konnten die Arbeiten am ersten Klimaanpassungskonzept der Stadt Hennef abgeschlossen und die Arbeiten am Hochwasserschutzkonzept für die Sieg gestartet werden. Und auch praktisch bleiben wir auf Kurs, etwa durch neue Trinkwasserspender oder das aktuell laufende Baumpflanzprogramm, für das wir rund 177.000 Euro vom Bundesumweltministerium nach Hennef holen konnten. Hier profitieren vor allem Schulstandorte.

Neue Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Gebäuden und die umfangreiche energetische Sanierung im Abwasserwerk sind konkrete Beiträge zum Klimaschutz. Mit dem städtebaulichen Konzept für Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen sind wir Vorreiter im Rhein-Sieg-Kreis und sorgen dafür, dass der Bau solcher Anlagen in Hennef sinnvoll gesteuert wird, um die Interessen der nachhaltigen Energiegewinnung mit denen von Landwirtschaft und Landschaftsschutz möglichst in Einklang zu bringen.

Nachhaltigkeit bedeutet auch, die Digitalisierung weiter voranzutreiben. So unterstützt seit diesem Jahr z. B. ein KI-basierter Chatbot auf der städtischen Homepage bei der Suche nach Informationen. Der Glasfaserausbau läuft – wenn auch holprig wegen der Bauqualität durch die Unternehmen – weiter. Auch die Telekom hat mit ihrem Ausbau begonnen. Zudem konnten Fördermittel gesichert werden, um weitere Lücken in den Dörfern zu schließen.

Viele weitere Projekte

Doch das ist noch nicht alles. Der erste Mietspiegel der Stadt Hennef bietet seit dem 1. Juli mehr Transparenz auf dem Wohnungsmarkt, schafft für alle mehr Rechtssicherheit und schützt Mieterinnen und Mieter besser vor überzogenen Mietsteigerungen. Die Sanierung der historischen Stadtmauer von Stadt Blankenberg schreitet weiter voran, der nächste Abschnitt erstrahlt in „neuem Glanz“. Kurz vor Jahresende konnte auch der Familienwanderweg Rosental eingeweiht werden, der mit Startpunkt in Lanzenbach und interaktiven Stationen Umwelt- und Naturbildung für Kinder bietet.

Spannung bot das Jahr auch wegen der Kommunalwahl, bei der sich wesentlich mehr Henneferinnen und Hennefer beteiligten als bei den vorangegangenen Wahlen. Eine gute Entwicklung. Im November hat der neu gewählte Stadtrat seine Arbeit aufgenommen, in dem künftig 41 Henneferinnen und Hennefer aus acht Parteien in sechs Fraktionen vertreten sind und die Geschicke in unserer Stadt lenken. Zu neuen stellvertretenden Bürgermeistern wurden Max Heller (CDU) und Oliver Brock (SPD) gewählt. Sie lösten damit Thomas Wallau, Veronika Herchenbach-Herweg und Kevin Müllerke ab, die diese ehrenamtliche Funktion in den letzten Jahren mit viel Engagement und Herzblut für unsere Stadt wahrgenommen haben. Herzlichen Dank dafür!

Was steht 2026 an?

Im neuen Jahr werden uns viele der Projekte weiter begleiten. Neue kommen hinzu, wie die Sanierung und Erweiterung der Grundschule Hanftal, die neue Fassaden an beiden Gebäuden, mehr Räume und eine Mensa erhalten wird. Rund 13 Mio. Euro sind dafür veranschlagt. Auch die Planungen für einen Anbau zur Erweiterung der Kastanienschule in Söven gehen weiter und auch für das städtische Gymnasium werden neue Räume geschaffen.

Nach langer Planung soll im Frühjahr der Umbau der Kreuzung am Ende der Autobahn beginnen. Die ersten Gehölzarbeiten kündigen den Baubeginn bereits an. Die Kreuzung erhält zusätzliche Abbiegespuren, um zu Spitzenzeiten mehr Verkehr abwickeln zu können und somit weniger stau- und unfallanfällig zu sein. Die Stadtbetriebe Hennef haben dabei für das Land und die Autobahn GmbH die Federführung übernommen. Die Baustelle wird über längere Zeit für Einschränkungen sorgen, aber langfristig für einen besser fließenden Verkehr sorgen.

Daran schließt sich ein weiteres großes Projekt an: Das städtebauliche Entwicklungskonzept Hennef-Ost mit dem Gewerbegebiet Kleinfeldchen. Hier überarbeiten wir die alten Planungen noch einmal grundsätzlich, passen alles auf die modernen Anforderungen an und beteiligen die Öffentlichkeit, um den bestmöglichen Plan für die Zukunft zu haben. Denn neue Gewerbeflächen mit einer guten verkehrlichen Erschließung benötigen die Unternehmen in unserer Stadt dringend, damit weitere Arbeitsplätze in Hennef entstehen können.

Vor die sicher größte Herausforderung stellt uns die Haushaltssituation. Stagnierenden Einnahmen stehen hohe Kostensteigerungen für bestehende Leistungen gegenüber, die allerdings allein in Hennef kaum zu beeinflussen sind. Denn die Aufgaben müssen schließlich erledigt werden. Die Ausgaben für Kitas und Ganztag, für sozialpädagogische Hilfen für Kinder und Jugendliche, aber auch die Kosten für Personal und Zinsen steigen rasant, während Landeszuweisungen zurückgehen und Steuereinnahmen hinter den Prognosen zurückbleiben. Das ist kein Hennefer Phänomen und stellt uns dennoch vor große Schwierigkeiten. Die Kommunen in Deutschland machen historische Defizite, im letzten Jahr über 24 Milliarden Euro. Und das nicht, weil sie nicht mit Geld umgehen könnten, sondern weil sie stetig neue Aufgaben übertragen bekommen, ohne die dafür notwendige Finanzierung. Das zeigt: Es braucht dringend eine bessere finanzielle Ausstattung, damit die Kommunen ihre Aufgaben für die Bürgerinnen und Bürger erledigen können, die sie sich nicht selbst ausgesucht haben. So ist es auch in Hennef: Nur 1,3% der Ausgaben sind sogenannte „freiwillige Ausgaben“ etwa für Stadtbibliothek, Schulsozialarbeit oder die Unterstützung der Vereine.

Wie immer kann ein Rück- und Ausblick nur beispielhaft sein und muss Lücken haben, so auch dieser. Zum Schluss möchte ich mich bei allen bedanken, die an einer guten Entwicklung unserer Stadt mitwirken und sich für unsere Stadt einsetzen – den Mitarbeitenden der Verwaltung, den Mitgliedern des Rates, den hauptamtlich Aktiven in so vielen Bereichen von Rettungsdienst bis Senioreneinrichtungen, den Unternehmen und Betrieben und vor allem den zahlreichen Henneferinnen und Hennefern, die sich ehrenamtlich für uns alle engagieren.

Ich wünsche Ihnen einen guten Jahreswechsel und ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2026!

Herzliche Grüße
Ihr Bürgermeister Mario Dahm