10 Sep. Städtische Kitas: Standortplanung und Maßnahmen
FAQ zum Thema // FAQ zum Thema in einfacher Sprache
(dmg) Der Jugendhilfeausschuss der Stadt Hennef hat bei seiner Sitzung am 9. September einstimmig die Empfehlung an den Stadtrat ausgesprochen, zwei städtische Kindertageseinrichtungen (Kitas) zu schließen. Hauptgründe sind sinkende Geburtenzahlen und die mangelhafte Gebäudesubstanz dieser Kitas. Es handelt sich um die Kita „Stadthasen“ und die Kita „Sand im Schuh“. Beide sollen im kommenden Jahr zum 31. Juli 2027 den Betrieb einstellen. Die Kita „Stadthasen“ soll mit der Kita „Siegpiraten“ zusammengeführt werden, die Kita „Sand im Schuh“ mit der Kita „Haus am Allner See“ – in beiden Fällen liegen die Kita in unmittelbarer räumlicher Nähe zueinander. Kinder und Eltern der beiden betroffenen Kitas sollen im Übergang behutsam begleitet werden. Der Stadtrat wird in seiner Sitzung am 5. Oktober final entscheiden.
Die Verwaltung zeigte in der Vorlage für den Ausschuss ein ganzes Bündel an Gründen für diesen notwendigen Schritt auf:
- Sinkende Geburtenzahlen führt zu weniger Bedarf: 2022 wurden in Hennef noch 457 Kinder geboren, 2023 waren es nur noch 410, 2025 dann sogar nur 388. Für 2026 ergibt die aktuelle Hochrechnung eine erwartete Geburtenzahl von 372 Kindern. Vor diesem Hintergrund muss die Angebotsstruktur angepasst werden, da ein dauerhaftes, nicht nachgefragtes Überangebot wirtschaftlich nicht vorgehalten werden kann.
- Gebäudesubstanz und Raumkonzeption: Bei den angemieteten Gebäuden der Kitas „Stadthasen“ (Hennef Zentrum) und „Sand im Schuh“ (Hennef-Allner) ist die Gebäudesubstanz äußerst problematisch. Beide sind stark sanierungsbedürftig, was künftig mit erheblichen Kosten verbunden wäre. Aufgrund ihres Alters und ihrer Bauweise ist vor allem eine dringend notwendige energetische Sanierung kaum möglich und in der Kita „Sand im Schuh“ auch nahezu undenkbar, weil diese aus Containern besteht. Beide Gebäude entsprechen außerdem nur sehr eingeschränkt den Anforderungen an zeitgemäße pädagogische Raumkonzepte. Beide Kitas wurden 2008 im Rahmen des Programms „Zukunft heute“ des Erzbistums Köln in die städtische Trägerschaft übernommen. Bereits damals war der Sanierungsbedarf erkennbar und das Betriebsende absehbar. Der Betrieb wurde jedoch temporär aufgrund des sehr hohen Bedarfs an Betreuungsplätzen fortgesetzt.
- Sozialraumbezug: Kinder sollen möglichst in ihrem vertrauten Lebensumfeld betreut werden. Die räumliche Nähe der Kitas „Stadthasen“ und „Siegpiraten“ sowie die Lage der Kita „Sand im Schuh“ in Relation zur Kita „Haus am Allner See“ sichern den Sozialraumbezug auch nach der Schließung der beiden Einrichtungen.
Die aufgrund des Geburtenrückgangs erforderliche Reduzierung des Platzangebotes kann anhand dieser Kriterien mit den beiden Kitas erfolgen, deren Gebäude ohnehin nicht zukunftsfähig sind und in deren unmittelbarer Umgebung weitere Kitas im Sozialraum zur Verfügung stehen.
Kita Meiersheide
Parallel zu den Plänen wird zurzeit eine neue Kita mit modernem Raumkonzept an der Meiersheide errichtet, die Anfang 2027 in Betrieb gehen soll. Sie stellt sicher, dass es künftig nicht mehr zu Überbelegungen in den bestehenden Kitas kommt. Träger dieser Kita ist der AWO-Kreisverband Rhein-Sieg.
Übergangsmanagement
Das Übergangsmanagement betrifft Kinder und Eltern ebenso wie das Personal.
- Kita „Stadthasen“: Zum Stichtag 1. August 2026 bestehen in der Kita „Stadthasen“ 38 Betreuungsverträge, 35 in der Kita „Siegpiraten“. In beide Einrichtungen werden Ende des kommenden Kita-Jahres viele Kinder in die Schule abgehen: 11 Siegpiraten und 17 Stadthasen wechseln in die Grundschule – insgesamt verbleiben also 45 Kinder. In der Kita „Siegpiraten“ können bis zu 50 Betreuungsplätze angeboten werden.
- Kita „Sand im Schuh“: Zum Stichtag 1. August 2026 werden dort 32 Kinder betreut. Acht Kinder wechseln im Sommer 2027 in die Schule. Da in der Kita auch Kinder aus anderen Kita-Bezirken betreut werden, wird das Jugendamt gemeinsam mit den Eltern nach Möglichkeit passende Anschlusslösungen in der nahegelegenen städtischen Kita „Haus am Allner See“ berücksichtigen. Auch die Kita „Bröler Waldmäuse“ sowie die Kita Meiersheide bieten verlässliche Perspektiven in räumlicher Nähe.
Der Übergang wird für Kinder und Eltern behutsam gestaltet: Informationsveranstaltungen, Kennenlerntreffen und begleitete Übergänge sind selbstverständlich. Nach Möglichkeit sollen die Kinder gemeinsam mit Freunden und Freundinnen sowie Bezugserzieher*innen wechseln. Vertraute Spielmaterialien werden mitgenommen, um Kontinuität und Sicherheit zu vermitteln. Durch frühzeitige Information und transparente Kommunikation sollen Familien Planungssicherheit bekommen, um sich auf die Veränderungen einstellen zu können.
Die Schließungen führen im Übrigen nicht zu Entlassungen von Personal, wohl aber zu Personalabbau: Insgesamt können mittelfristig 16,94 Vollzeitäquivalente abgebaut werden. Dieser Personalabbau wird durch natürliche Fluktuation sozialverträglich umgesetzt. In den vergangenen Jahren haben in der Abteilung Kinderbetreuung des Amtes für Kinder, Jugend und Familie durchschnittlich etwa 20 Personen pro Jahr den Bereich vorübergehend oder dauerhaft verlassen. Gründe für das vorübergehende oder dauerhafte Ausscheiden waren insbesondere Elternzeiten, Renteneintritte und Trägerwechsel. Die Mitarbeitenden der beiden Kitas sollen künftig in anderen städtischen Kitas eingesetzt werden, was die Personalsituation in diesen Kitas verbessert.
FAQ zur strategischen Standortplanung der Kindertagesbetreuung in Hennef
Die nachfolgenden Antworten beziehen sich auf den vorliegenden Beschlussvorschlag. Die Maßnahmen stehen unter dem Vorbehalt der politischen Beschlussfassung durch den Rat der Stadt Hennef.
Warum müssen Kitas in Hennef geschlossen werden?
Die Stadt Hennef verzeichnet rückläufige Geburtenzahlen:
- 2022: 457 Geburten
- 2023: 410 Geburten
- 2024: 393 Geburten
- 2025: 388 Geburten
- Hochrechnung 2026: 372 Geburten
Der Geburtenrückgang ist bundesweit festzustellen. Dadurch entstehen insbesondere im Ü3-Bereich zunehmend freie Betreuungskapazitäten.
Mit der Anpassung der Standortstruktur sollen langfristig bedarfsgerechte, qualitativ gute und wirtschaftlich tragfähige Betreuungsangebote gesichert werden, die die bestehende Nachfrage decken können, ohne unwirtschaftliche Überangebote vorzuhalten.
Welche Kriterien wurden bei der Festlegung der zuschließenden Kitas zugrunde gelegt?
Aufgrund des Geburtenrückgangs müssen Betreuungskapazitäten abgebaut werden. Um die Trägervielfalt in Hennef zu erhalten, kommen zum Abbau vor allem städtische Einrichtungen in Betracht, da die Stadt Hennef mit derzeit zwölf Einrichtungen der größte Kita-Träger ist.
Dazu wurden u. a. die Besitzverhältnisse (angemietet oder städtisches Eigentum), der bauliche Zustand der Einrichtungen (Sanierungsbedarfe und Zukunftsfähigkeit des Raumkonzeptes) und der Sozialraum (weitere Kitas in der näheren Umgebung) betrachtet.
Anhand dieser Kriterien sollen die Kita „Stadthasen“ im Zentrum und die Kita „Sand im Schuh“ in Allner aufgegeben werden.
Wann sollen die Einrichtungen geschlossen werden?
Die Schließungen sind zum Ablauf des 31. Juli 2027 vorgesehen.
Ab dem 1. August 2027 sollen die Kinderbetreuungsangebote entsprechend der vorgesehenen Standortplanung neu organisiert werden.
Was ist mit der Kita „Stadthasen“ geplant?
Die städtische Kita „Stadthasen“ im Kitabezirk I soll geschlossen und mit der ebenfalls städtischen Kita „Siegpiraten“ in unmittelbarer räumlicher Nähe zusammengeführt werden.
Die Kinder der Kita „Stadthasen“ sollen zum 1. August 2027 in die Kita „Siegpiraten“ am gemeinsamen Standort wechseln.
Werden alle Kinder der „Stadthasen“ automatisch in der Kita „Siegpiraten“ aufgenommen?
Alle Kinder der Kita „Stadthasen“ können zum 1. August 2027 in die Kita „Siegpiraten“ aufgenommen werden. Die organisatorischen und pädagogischen Einzelheiten werden im Rahmen des Übergangsmanagements mit den Familien abgestimmt.
Können in der Kita „Stadthasen“ noch neue Kinder aufgenommen werden?
Zur Vorbereitung der Zusammenführung sollen ab dem Kita-Jahr 2026/2027 in der Kita „Stadthasen“ grundsätzlich keine neuen Kinder mehr aufgenommen werden. Eine mögliche Ausnahme kann für Geschwisterkinder gelten.
Warum wird die Kita „Sand im Schuh“ geschlossen?
Die Kita „Sand im Schuh“ befindet sich in einem angemieteten Gebäude in mobiler Bauweise. Die Gebäudesubstanz ist langfristig nur eingeschränkt für einen modernen und nachhaltigen Kita-Betrieb geeignet.
Was passiert mit den Kindern aus der Kita „Sand im Schuh“?
Alle Kinder können in der Kita „Haus am Allner See“ aufgenommen werden. Auch für diesen Standort gilt, dass der Wunsch der Eltern im Fokus steht und individuelle Absprachen möglich sind.
Werden Geschwister oder Freundschaften bei der Vermittlung berücksichtigt?
Familiäre Beziehungen, Freundschaften und vertraute Bezugspersonen sollen berücksichtigt werden.
Ziel ist es,
- Geschwister gemeinsam zu betreuen,
- Freundschaften zu erhalten,
- vertraute Bezugserzieherinnen und Bezugserzieher einzubeziehen,
- Übergänge für die Kinder möglichst behutsam zu gestalten.
Wie werden die Kinder auf den Wechsel vorbereitet?
Die Kinder sollen ihre zukünftige Kita und die weiteren (für sie neuen) Bezugspersonen frühzeitig kennenlernen. Vorgesehen sind unter anderem:
- Kennenlerntermine in den aufnehmenden Einrichtungen,
- Besuche und begleitete Übergänge,
- Gespräche zwischen den beteiligten pädagogischen Teams,
- die Weitergabe wichtiger Informationen zur Entwicklung und Betreuung der Kinder,
- nach Möglichkeit die Mitnahme vertrauter Spielmaterialien
- die Vernetzung der Elterngremien (Elternbeiräte/Fördervereine).
Die konkrete Ausgestaltung wird mit den beteiligten Einrichtungen und Familien abgestimmt.
Wie werden die Eltern informiert und beteiligt?
Die Eltern werden über ihren Elternbeirat aber auch über die jährlich stattfindende Elternversammlung (Ende September) transparent informiert. Geplant sind insbesondere:
- Elterninformationen zu den weiteren Schritten (über die App),
- individuelles Gesprächsangebot,
- Informations- und Kennenlernveranstaltungen der für sie neuen Einrichtung,
- Beratung zu möglichen Anschlussangeboten (z.B. bei dem Wunsch in eine andere Kita – als die vorgesehene Kita – wechseln zu wollen)
- Unterstützung bei der Auswahl eines geeigneten Betreuungsortes.
Für die Kita „Sand im Schuh“ soll ein individuelles Übergangsmanagement umgesetzt werden, das sich an bereits praktizierten Verfahren – beispielsweise bei der Schließung der Kita „Schatzkiste“ – orientiert.
Was passiert mit den Mietverhältnissen?
Im Zusammenhang mit den Schließungen sollen die Mietverhältnisse für die von den beiden Kitas genutzten Räumlichkeiten beendet werden.
Welche baulichen Vorteile bietet die Standortplanung?
Die beiden betroffenen Gebäude waren ursprünglich nicht dauerhaft als Kindertageseinrichtungen vorgesehen:
- „Sand im Schuh“ wurde in mobiler Bauweise errichtet.
- Die „Stadthasen“ befinden sich im Gebäude der ehemaligen Einrichtung St. Simon und Judas.
Bei einem dauerhaften Weiterbetrieb wären umfangreiche Erhaltungs-, Sanierungs- und energetische Maßnahmen erforderlich, die angesichts des Geburtenrückgangs und der daraus resultierenden Nachfragesituation nicht zu rechtfertigen sind. Die Konzentration auf geeignetere Standorte ermöglicht es, finanzielle und organisatorische Ressourcen gezielter einzusetzen.
Warum wurden die aufnehmenden Kitas („Siegpiraten“ sowie Kita „Haus am Allner See“) ausgewählt?
Die Kitas „Stadthasen“ und „Siegpiraten“ als auch die Kita „Sand im Schuh“ und Kita „Haus am Allner See“ liegen örtlich nahe beieinander, im gleichen Sozialraum/Kita-Bezirk und kooperieren daher bereits und haben ähnliche Netzwerkstrukturen.
Verändert sich durch die Zusammenführung die pädagogische Qualität?
Die Zusammenführung soll dazu beitragen, die pädagogische Qualität langfristig zu sichern.
Ist die Versorgung im Sozialraum weiterhin gewährleistet?
Die Versorgung soll durch die vorhandenen und neu hinzukommenden Angebote weiterhin sichergestellt werden. Bei der Planung werden die einzelnen Sozialräume, die räumliche Nähe der Einrichtungen und die Entwicklung der Kinderzahlen berücksichtigt.
Das Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Hennef wird die Entwicklung der Betreuungsbedarfe weiterhin jährlich überprüfen.
Wird die Trägervielfalt durch die Schließung städtischer Kitas gestärkt?
Die Stadt Hennef ist eine Flächenkommune und verfügt über eine vielfältige Trägerlandschaft. Neben der Stadt sind unter anderem freie und kirchliche Träger sowie Elterninitiativen tätig.
Durch die Reduzierung eigener städtischer Einrichtungen soll die Trägervielfalt langfristig erhalten und gestärkt werden. Ziel bleibt ein vielfältiges Angebot mit unterschiedlichen pädagogischen Profilen und Organisationsstrukturen.
Was bedeutet die Planung für die Beschäftigten?
Mit den betroffenen Kolleginnen und Kollegen werden im Rahmen des Übergangsmanagements Einzelgespräche geführt. Dabei werden individuelle Einsatzmöglichkeiten und berufliche Perspektiven erarbeitet. Ziel ist es, allen Beschäftigten eine verlässliche Perspektive zu bieten. Kündigungen sind nicht vorgesehen.
Wie werden die Beschäftigten beim Übergang unterstützt?
Die betroffenen Beschäftigten werden über die weiteren Schritte informiert und im Übergangsprozess begleitet. Gemeinsam werden geeignete Einsatzmöglichkeiten in den zehn weiteren städtischen Kindertageseinrichtungen und insbesondere die Wechseloption in die jeweils aufnehmende Kita (Siegpiraten und Haus am Allner See), zur gewünschten Stabilisierung des Übergangsprozesses, besprochen.
Vorgesehen sind insbesondere:
- individuelle Beratungsgespräche,
- Hospitationen zum Kennenlernen der Teams und Arbeitsbereiche,
- Unterstützung bei der organisatorischen Gestaltung des Wechsels,
- eine schrittweise Anpassung des Personaleinsatzes an die tatsächliche Belegungs- und Bedarfsentwicklung.
Was passiert, wenn der Rat der Stadt den Beschluss nicht fasst?
Die dargestellten Maßnahmen sind Bestandteil eines Beschlussvorschlags, der auf Grundlage aktueller Zahlen und Prognosen sowie objektiver Kriterien erarbeitet wurde. Eine verbindliche Umsetzung erfolgt erst nach der erforderlichen politischen Beschlussfassung.
Sollte der Beschluss nicht oder in veränderter Form gefasst werden, müsste die Verwaltung die weitere Standort- und Bedarfsplanung entsprechend anpassen. Bei einem Weiterbetrieb der betroffenen Einrichtungen wären jedoch weiterhin die beschriebenen baulichen, energetischen, personellen und wirtschaftlichen Herausforderungen zu berücksichtigen. Ein dauerhaft vorgehaltenes Überangebot an Plätzen kann wirtschaftlich nicht vertreten werden, weil es aus dem städtischen Haushalt und den Elternbeiträgen zu finanzieren wäre.
Werden weitere Kitas geschlossen?
Zum jetzigen Zeitpunkt beziehen sich die vorgeschlagenen Maßnahmen verbindlich auf die Kitas „Stadthasen“ und „Sand im Schuh“.
Die Kinderbetreuungsbedarfsplanung wird weiterhin jährlich fortgeschrieben. Aufgrund der demografischen Entwicklung kann nicht ausgeschlossen werden, dass künftig auch weitere Standorte überprüft und gegebenenfalls angepasst werden müssen.
Wie wird überprüft, ob die Planung erfolgreich ist?
Die Entwicklung der Betreuungsbedarfe, der Belegung, der personellen Situation und der Versorgung in den einzelnen Sozialräumen soll fortlaufend beobachtet werden.
Der Jugendhilfeausschuss soll regelmäßig über die weitere Entwicklung informiert werden. Die Planung kann bei veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden.
Was ist das Ziel der gesamten Maßnahme?
Ziel ist es, auch bei rückläufigen Kinderzahlen ein qualitativ gutes, bedarfsgerechtes und finanziell tragfähiges Betreuungsangebot in Hennef sicherzustellen.
Dabei sollen insbesondere:
- die Interessen und Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt,
- Familien verlässlich begleitet,
- stabile pädagogische Teams geschaffen,
- die Trägervielfalt erhalten,
- bauliche und energetische Risiken reduziert,
- Überkapazitäten vermieden,
- Personal- und Sachmittel effizient eingesetzt werden.
Die Standortplanung soll damit zu einer langfristigen und nachhaltigen Weiterentwicklung der Kindertagesbetreuung in Hennef beitragen.
FAQ zur Planung der Kita-Standorte in Hennef – Einfache Sprache
Kita ist die kurze Form für Kindertages-Einrichtung.
Die Antworten beziehen sich auf eine Beschluss-Vorlage.
Das bedeutet: Der Jugendhilfe-Ausschuss und der Rat der Stadt Hennef müssen noch entscheiden.
Die Maßnahmen werden nur umgesetzt, wenn die politischen Gremien zustimmen.
Warum müssen Kitas in Hennef geschlossen werden?
In Hennef werden weniger Kinder geboren.
Die Zahlen sind:
- 2022: 457 Geburten
- 2023: 410 Geburten
- 2024: 393 Geburten
- 2025: 388 Geburten
- Schätzung für 2026: 372 Geburten
Auch in ganz Deutschland werden weniger Kinder geboren.
Dadurch gibt es besonders bei den Plätzen für Kinder über 3 Jahren freie Plätze.
Die Stadt möchte die Kita-Standorte deshalb neu planen.
Das Ziel ist:
- Es soll genug Kita-Plätze geben.
- Die Qualität der Betreuung soll gut bleiben.
- Die Kitas sollen langfristig bezahlbar sein.
- Es sollen nicht dauerhaft zu viele Plätze angeboten werden.
Nach welchen Kriterien wurden die Kitas ausgewählt?
Wegen der weniger werdenden Kinder müssen Kita-Plätze abgebaut werden.
Die Stadt Hennef möchte die verschiedenen Kita-Träger erhalten.
Ein Träger ist zum Beispiel die Stadt, eine Kirche oder ein anderer Verein.
Die Stadt hat deshalb vor allem die eigenen Kitas geprüft.
Die Stadt Hennef ist mit 12 Kitas der größte Kita-Träger in Hennef.
Bei der Prüfung wurden unter anderem diese Punkte betrachtet:
- Gehört das Gebäude der Stadt?
- Ist das Gebäude gemietet?
- Wie ist der bauliche Zustand?
- Muss das Gebäude dringend saniert werden?
- Ist das Gebäude für die Zukunft geeignet?
- Gibt es weitere Kitas in der Nähe?
- Wie ist die Situation im Wohngebiet?
Nach diesen Kriterien sollen zwei Kitas geschlossen werden:
- die Kita „Stadthasen“ im Zentrum
- die Kita „Sand im Schuh“ in Allner
Wann sollen die Kitas geschlossen werden?
Die Kitas sollen am 31. Juli 2027 schließen.
Ab dem 1. August 2027 soll die Betreuung neu organisiert werden.
Was ist mit der Kita „Stadthasen“ geplant?
Die städtische Kita „Stadthasen“ soll geschlossen werden.
Die Kinder sollen in die städtische Kita „Siegpiraten“ wechseln.
Beide Kitas liegen sehr nah beieinander.
Der Wechsel soll am 1. August 2027 stattfinden.
Werden alle Kinder der „Stadthasen“ in der Kita „Siegpiraten“ aufgenommen?
Ja.
Alle Kinder aus der Kita „Stadthasen“ können ab dem 1. August 2027 in der Kita „Siegpiraten“ aufgenommen werden.
Die Stadt bespricht mit den Familien:
- Wie der Wechsel abläuft.
- Wann die Kinder die neue Kita kennenlernen.
- Welche weiteren Dinge wichtig sind.
Können in der Kita „Stadthasen“ noch neue Kinder aufgenommen werden?
Ab dem Kita-Jahr 2026/2027 sollen grundsätzlich keine neuen Kinder mehr aufgenommen werden.
Eine Ausnahme kann es für Geschwister-Kinder geben.
Warum wird die Kita „Sand im Schuh“ geschlossen?
Die Kita „Sand im Schuh“ befindet sich in einem gemieteten Gebäude.
Das Gebäude wurde in mobiler Bauweise errichtet.
Das bedeutet: Es wurde ursprünglich nicht für eine dauerhafte Nutzung gebaut.
Das Gebäude ist langfristig nur eingeschränkt für eine moderne Kita geeignet.
Was passiert mit den Kindern aus der Kita „Sand im Schuh“?
Alle Kinder können in der Kita „Haus am Allner See“ aufgenommen werden.
Die Wünsche der Eltern sollen berücksichtigt werden.
Wenn eine Familie eine andere Lösung möchte, sind Gespräche möglich.
Werden Geschwister und Freundschaften berücksichtigt?
Ja.
Die Stadt möchte wichtige Beziehungen für die Kinder erhalten.
Berücksichtigt werden sollen zum Beispiel:
- Geschwister sollen möglichst gemeinsam betreut werden.
- Freundschaften sollen möglichst erhalten bleiben.
- Vertraute Erzieherinnen und Erzieher sollen einbezogen werden.
- Der Wechsel soll für die Kinder möglichst vorsichtig und gut vorbereitet werden.
Wie werden die Kinder auf den Wechsel vorbereitet?
Die Kinder sollen die neue Kita frühzeitig kennenlernen.
Sie sollen auch die neuen Erzieherinnen und Erzieher kennenlernen.
Geplant sind zum Beispiel:
- Treffen zum Kennenlernen in der neuen Kita
- Besuche in der neuen Kita
- Begleitung beim Wechsel
- Gespräche zwischen den Kita-Teams
- Weitergabe wichtiger Informationen über die Kinder
- Wenn möglich: vertraute Spielsachen mitnehmen
- Zusammenarbeit der Eltern-Beiräte und Förder-Vereine
Die genauen Maßnahmen werden mit den Kitas und den Familien besprochen.
Wie werden die Eltern informiert und beteiligt?
Die Eltern werden über den Eltern-Beirat informiert.
Außerdem gibt es jedes Jahr eine Eltern-Versammlung.
Diese findet normalerweise Ende September statt.
Geplant sind:
- Informationen zu den nächsten Schritten über die Kita-App
- Gespräche mit einzelnen Familien
- Informations-Veranstaltungen
- Treffen zum Kennenlernen der neuen Kita
- Beratung, wenn Eltern eine andere Kita wünschen
- Hilfe bei der Auswahl eines geeigneten Betreuungs-Platzes
Für die Kita „Sand im Schuh“ soll es eine besondere Begleitung beim Wechsel geben.
Dabei sollen Erfahrungen aus früheren Schließungen genutzt werden.
Ein Beispiel ist die Schließung der Kita „Schatzkiste“.
Was passiert mit den Miet-Verträgen?
Die Miet-Verträge sollen beendet werden.
Welche Vorteile hat die neue Planung für die Gebäude?
Die beiden Gebäude waren ursprünglich nicht dauerhaft als Kitas geplant.
- Die Kita „Sand im Schuh“ wurde in mobiler Bauweise errichtet.
- Die Kita „Stadthasen“ befindet sich im Gebäude der früheren Einrichtung St. Simon und Judas.
Wenn die Gebäude weiter als Kitas genutzt würden, wären wahrscheinlich viele Arbeiten notwendig.
Dazu gehören:
- Reparaturen
- Sanierungen
- Maßnahmen zum Energie-Sparen
- Verbesserungen am Gebäude
Wegen der weniger werdenden Kinder gibt es dafür langfristig nicht genug Bedarf.
Durch die Nutzung besser geeigneter Kita-Standorte kann die Stadt Geld und Arbeits-Kraft gezielter einsetzen.
Warum wurden die Kitas „Siegpiraten“ und „Haus am Allner See“ ausgewählt?
Die Kitas liegen jeweils in der Nähe der zu schließenden Kita:
- Die Kita „Stadthasen“ liegt nahe bei der Kita „Siegpiraten“.
- Die Kita „Sand im Schuh“ liegt nahe bei der Kita „Haus am Allner See“.
Die Kitas liegen außerdem im gleichen Wohngebiet oder Kita-Bezirk.
Sie arbeiten bereits zusammen.
Auch ihre Netzwerke sind ähnlich.
Das soll den Wechsel erleichtern.
Wird die pädagogische Qualität durch die Zusammenlegung schlechter?
Nein.
Die Zusammenlegung soll helfen, die gute pädagogische Qualität langfristig zu sichern.
Gibt es weiterhin genug Kita-Plätze im Wohngebiet?
Die Betreuung soll weiterhin sichergestellt werden.
Dafür werden betrachtet:
- die vorhandenen Kita-Plätze
- die neuen Kita-Plätze
- die Entfernung zwischen den Kitas
- die einzelnen Wohngebiete
- die Entwicklung der Kinderzahlen
Das Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Hennef prüft jedes Jahr den Bedarf an Kita-Plätzen.
Wird es weiterhin verschiedene Kita-Träger geben?
Ja.
Hennef ist eine große Stadt mit vielen verschiedenen Kita-Trägern.
Dazu gehören zum Beispiel:
- die Stadt Hennef
- freie Träger
- kirchliche Träger
- Eltern-Initiativen
Die Stadt Hennef möchte die verschiedenen Träger erhalten und stärken.
Familien sollen auch in Zukunft zwischen unterschiedlichen Angeboten wählen können.
Was bedeutet die Planung für die Beschäftigten?
Mit den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden persönliche Gespräche geführt.
Dabei wird gemeinsam besprochen:
- Wo können sie künftig arbeiten?
- Welche beruflichen Wünsche haben sie?
- Welche Möglichkeiten gibt es in anderen Kitas?
Das Ziel ist: Alle Beschäftigten sollen eine verlässliche berufliche Perspektive bekommen.
Kündigungen sind nicht vorgesehen.
Wie werden die Beschäftigten beim Wechsel unterstützt?
Die Beschäftigten werden über die nächsten Schritte informiert.
Sie werden beim Wechsel begleitet.
Besprochen werden Arbeits-Möglichkeiten:
- in den zehn anderen städtischen Kitas
- besonders in den aufnehmenden Kitas „Siegpiraten“ und „Haus am Allner See“
Geplant sind zum Beispiel:
- persönliche Beratungs-Gespräche
- Besuche in anderen Kitas
- Kennenlernen der neuen Teams
- Kennenlernen der neuen Arbeits-Bereiche
- Hilfe bei der Organisation des Wechsels
- schrittweise Anpassung des Personals an die Zahl der betreuten Kinder
Was passiert, wenn der Rat der Stadt nicht zustimmt?
Die geplanten Maßnahmen sind bisher nur Teil einer Beschluss-Vorlage.
Die Maßnahmen werden erst umgesetzt, wenn der Rat der Stadt zustimmt.
Wenn der Rat nicht zustimmt oder etwas anderes beschließt, muss die Stadt die Planung ändern.
Die Probleme bleiben aber bestehen.
Dazu gehören:
- weniger Kinder
- mögliche Kosten für die Gebäude
- notwendige Reparaturen und Sanierungen
- Kosten für Energie
- Fragen zum Personal
- zu viele freie Kita-Plätze
Zu viele freie Plätze sind auf Dauer sehr teuer.
Die Kosten müssen aus dem Geld der Stadt und aus Eltern-Beiträgen bezahlt werden.
Werden noch weitere Kitas geschlossen?
Im Moment geht es nur um diese beiden Kitas:
- Kita „Stadthasen“
- Kita „Sand im Schuh“
Der Bedarf an Kita-Plätzen wird jedes Jahr neu geprüft.
Wegen der Entwicklung der Kinderzahlen kann später nicht ausgeschlossen werden, dass auch andere Kita-Standorte geprüft oder verändert werden.
Wie wird geprüft, ob die Planung erfolgreich ist?
Die Stadt beobachtet regelmäßig:
- den Bedarf an Kita-Plätzen
- die Belegung der Kitas
- die Situation beim Personal
- die Betreuung in den einzelnen Wohngebieten
Der Jugendhilfe-Ausschuss soll regelmäßig über die Entwicklung informiert werden.
Wenn sich die Bedingungen ändern, kann die Planung angepasst werden.
Was ist das Ziel der gesamten Maßnahme?
Auch bei weniger Kindern soll es in Hennef ein gutes und passendes Betreuungs-Angebot geben.
Das Angebot soll außerdem langfristig bezahlbar sein.
Wichtig sind dabei:
- Die Bedürfnisse der Kinder sollen berücksichtigt werden.
- Familien sollen gut begleitet werden.
- Die pädagogischen Teams sollen stabil bleiben.
- Es soll weiterhin verschiedene Kita-Träger geben.
- Risiken bei den Gebäuden und beim Energie-Verbrauch sollen verringert werden.
- Es soll nicht dauerhaft zu viele Kita-Plätze geben.
- Personal und Geld sollen sinnvoll eingesetzt werden.
Die neue Planung soll die Kita-Betreuung in Hennef langfristig verbessern und sichern.
——————–
Beitrag vom 10.9.2026

