
29 Aug. Schlüsselübergabe: „Verbundschule Hennef“ übernimmt neuen Standort






Seit 1963 gibt es die Hennefer Förderschule. Seit 1991 war sie als „Schule in der Geisbach“ an der Hanftalstraße in den Räumen der ehemaligen Hauptschule Hennef Warth untergebracht, nun zieht sie in die Theodor-Heuss-Allee um und hat sich bei der Gelegenheit auch einen neuen Namen gegeben: „Verbundschule Hennef – Förderschule der Stadt Hennef“. Am 29. August hat Bürgermeister Mario Dahm das neue Gebäude in einer Feierstunde offiziell an die Schule übergeben.
„Der Umzug der Förderschule ist eine Win-Win-Situation für die Schulentwicklung in Hennef. Wir schaffen damit optimale Bedingungen für die gesamte Schulgemeinschaft der Verbundschule Hennef“, so Bürgermeister Mario Dahm. „Das Gebäude wurde in enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung optimal auf die pädagogischen Bedürfnisse der Schule und die Bedarfe der Schülerinnen und Schüler umgebaut und eingerichtet. Insgesamt haben wir 10,9 Millionen Euro in Ankauf und Umbau des neuen Schulgebäudes investiert und damit direkt in unseren Bildungsstandort Hennef und die Zukunft unserer Stadt.“
Weiter sagte er: „Sowohl die Förderschule als auch die Grundschule Hanftal profitieren von diesem Projekt, da beide Schulen mehr Raum bekommen – die Förderschule am neuen Standort und die Grundschule im ehemaligen Förderschulgebäude an der Hanftalstraße. So entsteht mehr Raum für Unterricht und die Offene Ganztagsgrundschule.“
Der Bürgermeister dankte allen Projektbeteiligten für den Abschluss der Bauarbeiten im vorgesehenen Zeitplan, allen voran Michael Herkenrath von der Zacharias-Planungsgruppe für Planung und Betreuung des Umbaus sowie dem Amt für Schule, Bildungskoordination und Sport und dem Amt für Zentrales Gebäudewirtschaft der Stadt Hennef.
Schulleiterin Margret Hagen freute sich sichtlich über den neuen Standort: „Heute ist ein besonderer Tag für unsere Schulgemeinschaft. Mit der feierlichen Einweihung dieses neuen Schulstandorts öffnen sich die Türen zu einem Ort, der nicht nur ein Gebäude ist, sondern ein Raum voller neuer Möglichkeiten, Inspirationen und Förderung. Im inklusiven Netzwerk der Bildungseinrichtungen der Stadt Hennef setzt der Schulträger mit dem neuen Standort der Förderschule ein klares Zeichen für Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit. Individuelle sonderpädagogische Förderung sowie differenzierte Bildungsangebote haben hier ihren Platz und tragen mit dazu bei, dass Kinder und Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf zu einem erfolgreichen Schulabschluss kommen können. Für die Schulgemeinschaft der Schule in der Geisbach ist die Investition in diese neue moderne Schule auch eine Wertschätzung unserer bisherigen schulischen Arbeit – für die Schülerinnen und Schüler, die Lehrkräfte und alle, die täglich dazu beitragen, dass Lernen und Entwicklung gelingen.“
Das neue Schulgebäude
Der neue Standort der Schule befindet sich in einem ehemaligen Bürogebäude an der Theodor-Heuss-Allee, genauer: im vorderen Trakt. Im hinteren Trakt sind Teile der Stadtverwaltung sowie im Erdgeschoss die Schulverwaltung mit Schulleitung, Sekretariat und Hausmeister und ein Sanitätsraum untergebracht. Die Stadt hatte das Gebäude 2023 erworben. Der Umbau zur Förderschule wurde von April bis Juli 2024 geplant und anschließend bis August 2025 realisiert.
Im Erdgeschoss sind Schulverwaltung, Schulleitung, Sekretariat und Hausmeister untergebracht, außerdem wurde ein Sanitätsraum eingerichtet. Im Erdgeschoss und bis ins zweite Obergeschoss befinden sich 14 Klassenräume, 7 Differenzierungsräume und 6 Fachräume, ein Naturwissenschaftsraum, eine Lehrküche mit angrenzendem Vorbereitungs-, Speise- und Lagerraum, eine Fahrradwerkstatt, eine Holzwerkstatt, eine Werkstatt für Metallverarbeitung, ein Raum zur multifunktionalen Nutzung für Malen, Lackieren und Kunst und Räume für Friseur und Kosmetik. Auf jeder Etage befinden sich ein Schülerclubraum, ein Lehrmittelraum, außerdem gibt es eine Schulstation für die Ganztagsgruppe und ein Selbstlernzentrum. Im dritten Obergeschoss befindet sich das Lehrerzimmer mit 32 Sitzplätzen und eine Mensa mit rund 80 Plätzen. Im Zweischicht-Betrieb können so 180 Essen ausgegeben werde.
Die „Verbundschule Hennef“ hat 230 Schüler*innen, die von 30 Lehrer*innen, einer Schulsozialarbeiterin, zwei Erzieher*innen und 10 Mitarbeiter*innen im Ganztag unterrichtet und betreut werden. Die Förderschwerpunkte sind „Lernen“ und „Emotionale und soziale Entwicklung“ im Verbund.
Für die neuen Schulräume musste die ehemaligen Innenraumaufteilung komplett demontiert werden. Die Brutto-Nutzfläche umfasst 3.030 Quadratmeter, der umbaute Raum 9.450 Kubikmeter, die reinen Baukosten beliefen sich auf 4,6 Mio. Euro. Der Bund unterstützte den Umbau mit 2,2 Mio. Euro aus dem Kommunalinvestitionsfördergesetz.
Der großen „Saal Geistingen“ mit bis zu 199 Plätzen im Staffelgeschoss steht der Schule künftig für Schulveranstaltungen wie Zeugnisausgaben oder Info-Abende zur Verfügung, kann aber auch von der Stadtverwaltung für Sitzungen genutzt werden. Der Parkplatz des Gebäudes wurde neu aufgeteilt, um künftig als Schulhof genutzt werden zu können. Ein Soccer-Court soll im nächsten Jahr folgen.
Stadtverwaltung im hinteren Trakt
Der Umbau des hinteren Gebäudeteils als Dependance der Stadtverwaltung mit Bau- und Ordnungsamt wurde von Januar bis März 2024 geplant, der Umbau fand von April bis September 2024 statt. Die bestehenden 24 Büros wurden renoviert, ein neuer Zugangsbereich wurde geschaffen und ein Aufzug zur barrierefreien Nutzung des Gebäudes wurde angebaut. Auf dem Dach wurde eine Photovoltaikanlage installiert und im Gebäude eine neue Heizung eingebaut.
Umzug der Schule bis zu den Herbstferien
Nach der feierlichen Übergabe des Gebäudes an die Verbundschule nutzt die Schule die Zeit bis zum Umzug für die Besichtigung der neuen Räumlichkeiten und die Eingewöhnung der Schüler*innen. Der Umzug ins neue Gebäude findet planmäßig in den Herbstferien statt.
Gründe für den Umzug
Die Gründe für den Umzug der Förderschule und den Neu- und Umbau sind vielfältig. Am bisherigen Standort in der Hanftalstraße war sowohl für die Förderschule als auch für die Grundschule nicht mehr genügend Raum vorhanden. Bei der Gemeinschaftsgrundschule entstanden aufgrund der OGS-Platz-Nachfrage und der inklusiven Beschulung Raumbedarfe, die im aktuellen Schulgebäude nicht mehr darstellbar sind. Neben fehlenden Klassen-, Differenzierungs- und Betreuungsräumen gibt es darüber hinaus in der Grundschule keine adäquate Essensversorgung der Ganztagsschüler*innen und die Mittagsverpflegung findet in der von beiden Schulen genutzten Aula statt, weswegen diese zu Unterrichts- oder Versammlungszwecken nur eingeschränkt nutzbar ist. Die räumliche Situation an der Schule in der Geisbach ist ähnlich. Durch die Einrichtung einer Primarstufe, die Umwandlung zu einer Ganztagsschule und die allgemein steigenden Schülerzahlen fehlen der Schule Räume.
Da die Fassaden an beiden Gebäuden umfangreich saniert werden müssen, entstand in der Stadtverwaltung der Plan, die Förderschule an einen neuen Standort zu verlagern. So konnten nicht nur ein für beide Schulen aufwändiges und für die Stadt teures Interim-Bauwerk während der Fassadensanierung eingespart, sondern auch die bestehenden Raumprobleme der Förderschule und künftig auch der Grundschule gelöst werden. Auch die Nutzung eines Bestandsgebäudes bot eine schnelle und wirtschaftliche Variante gegenüber einem Komplettneubau an einer anderen Stelle.
Mit dem Umzug der Förderschule kann die Fassadensanierung an der Hanftalstraße erfolgen und die Grundschule für Unterricht und den Offenen Ganztag erweitert werden. Für die Fassadensanierung sind insgesamt rund 12 Mio. Euro vorgesehen. Bereits gestartet ist in den Sommerferien der Abriss der alten, baufälligen Sporthalle an der Hanftalstraße, die für den Schul- und Vereinssport durch eine neue, größere und barrierefreie Zweifach-Sporthalle ersetzt wird. Hierfür sind Kosten in Höhe von 5,8 Mio. Euro eingeplant.
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Beitrag vom 29.8.2025











