Siegstrecke: Bürgermeister von Hennef und Siegburg protestieren

Siegstrecke: Bürgermeister von Hennef und Siegburg protestieren

(ms) Mit einem Brief an die Verantwortungsträger in Land und Region protestieren der Hennefer Bürgermeister Mario Dahm und der Bürgermeister der Kreisstadt Siegburg Stefan Rosemann gegen mögliche Einschränkung des S-Bahn-Angebots auf der Siegstrecke. Diese drohen mit Inbetriebnahme der neuen S-Bahn-Strecke zwischen Troisdorf und Bonn-Beuel ab Dezember 2026, weil wichtige Infrastrukturprojekte für die Durchbindung der S 13 von Bonn über Köln nach Düren, wie das Überwerfungsbauwerk in Troisdorf, nicht mitgeplant wurden. Im für den Schienennahverkehr zuständigen Zweckverband go.Rheinland wurden zwei Szenarien untersucht. Dabei würden Fahrten der S 12 und der S 19 ersatzlos von der Siegstrecke nach Beuel verlagert. Obwohl festgehalten wird, dass beide Szenarien mit einer faktischen Leistungsreduzierung des S-Bahn-Angebotes im fahrgastnachfragestarken Siegtal einher gehen, soll ein Arbeitskreis aus Politik und Verwaltung mit der verkehrlichen und betrieblichen Ausgestaltung des Vorlaufbetriebs auf der S 13 befassen.

„Im Namen der Städte Hennef und Siegburg wenden wir uns an Sie mit der Bitte, dem vorgesehene Betriebskonzept der S 13 zu Lasten des Bahngebotes auf der Siegstrecke entgegenzutreten. Wir widersprechen den im Raum stehenden massiven Einschränkungen auf der Siegstrecke, insbesondere auch in den Schwachverkehrszeiten wie abends, frühmorgens und an Feiertagen. Diese würden die Menschen in unseren Städten hart treffen und die dringend notwendige Verkehrswende torpedieren. Die stark ausgelastete Siegtalstrecke benötigt keine Angebotsreduzierung, sondern vielmehr eine Stärkung, um auch in Zukunft attraktiv und leistungsfähig zu sein“, schreiben die Bürgermeister.

Dahm und Rosemann weisen darauf hin, dass sich der dichte S-Bahn-Takt auf der Siegstrecke in den vergangenen Jahren etabliert und stark zur Steigerung der Attraktivität des SPNV beigetragen hat. Zu beachten seien dabei nicht nur die Punkt-zu-Punkt-Verbindungen der S-Bahn, sondern auch die seitens der kommunalen Aufgabenträger ausgebauten ÖPNV-Verbindungen. So seien Hennef und Siegburg wichtige Busknoten für den Rhein-Sieg-Kreis; Siegburg/Bonn darüber hinaus Fernverkehrshalt und Verknüpfungspunkt mit der Stadtbahn (Linie 66/67). Eine Angebotsreduktion im Siegtal würde also neben den Relationen Siegstrecke – Köln auch die Anbindung des Fernverkehrshalts Siegburg/Bonn verschlechtern sowie die Relation Bonn – Siegburg – Hennef und viele weitere schwächen.

Die Bürgermeister machen zudem darauf aufmerksam, dass das Betriebskonzept der S 13 mit der Führung der RB 27 über die neue S-Bahn-Infrastruktur bereits eine Direktverbindung von Bonn zum Flughafen sowie Richtung Köln für alle Zwischenhalte vorsieht.

„Wir fordern Sie daher eindringlich auf, sich im Sinne der betroffenen Kommunen und ihrer Bürgerinnen und Bürger gegen eine Angebotsreduzierung auf der Siegstrecke und für den Erhalt eines leistungsfähigen S-Bahn-Verkehrs einzusetzen“, schließen Dahm und Rosemann ihr Schreiben.

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Beitrag vom 6.8.2025