
23 Feb. Hennefer Geschichte(n): „Welttag der Waschmaschine“
Stadtarchiv erzählt: Der vergessene Erfinder aus Söven – Zum „Welttag der Waschmaschine“
(je) Nach dem Auftakt der Reihe „Stadtarchiv erzählt: Hennefer Geschichte(n)“ zum Thema Karneval stellt das Stadtarchiv nun ein weiteres Fundstück aus der Hennefer Vergangenheit vor. Anlass ist der „Welttag der Waschmaschine“ – und im Mittelpunkt steht eine fast vergessene Erfinderpersönlichkeit aus Söven: Peter Fußhöller (1892–1983).
Fußhöller, Inhaber eines Haushaltswarengeschäfts und einer Schlosserwerkstatt in der Zinnestraße, war neben seinem Handwerk auch ein leidenschaftlicher Tüftler. Eine von ihm entwickelte Waschmaschine weckte sogar das Interesse einer großen deutschen Firma, die Produktion und Vertrieb übernehmen wollte. Fußhöller lehnte jedoch ab, da bei der vorgesehenen Typenbezeichnung sein Name nicht mehr hätte erscheinen sollen. Stattdessen blieb er seiner eigenen Marke treu: Die Geräte wurden weiterhin als PEFU-Waschmaschinen von ihm selbst vertrieben. Für die Stückzahlen war diese Entscheidung vermutlich kein Vorteil – doch „Pefu“ blieb sich und seiner Erfindung treu. Die zugehörigen Bilder zeigen den Erfinder selbst, eine originale PeFu-Waschmaschine aus den 1950er- oder 1960er-Jahren, das Geschäft der Familie Fußhöller in Söven sowie die Bescheinigung über eines seiner drei Patente. Die Stadt Hennef bedankt sich herzlich beim Bürgerverein Söven für die Bereitstellung der Aufnahmen.
Das Stadtarchiv wird die Reihe auch künftig in loser Folge mit weiteren besonderen Fundstücken aus der Hennefer Geschichte fortsetzen – mal anlassbezogen, mal kurios oder auch mit Themen, die zum Nachdenken anregen.
Wer selbst noch historische Fotos, Dokumente oder Erinnerungsstücke besitzt oder Hinweise zu den gezeigten Motiven geben kann, wird gebeten, sich beim Stadtarchiv Hennef zu melden:
E-Mail: stadtarchiv@hennef.de
Telefon: 02242 / 888540
Auftakt Karnevalstradition
(je) Das Stadtarchiv Hennef startet mit „Stadtarchiv erzählt: Hennefer Geschichte(n)“ eine neue Reihe, die in loser Folge besondere Fundstücke und spannende Einblicke in die Stadtgeschichte präsentieren wird. Zum Auftakt steht passend zur Session der Karneval in Hennef im Mittelpunkt – ein Brauchtum mit langer Tradition.
Karneval wird in Hennef bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts gefeiert. Die älteste Karnevalsgesellschaft der Stadt ist die KG Remm-Flemm aus Uckerath, gegründet im Jahr 1860. Bereits damals wurde mit Plakaten für Sitzungen geworben, wie ein im Stadtarchiv erhaltenes Beispiel zeigt. Auch Rosenmontagszüge haben in Hennef eine lange Geschichte. So zog bereits im Jahr 1897 ein Karnevalszug durch Geistingen. Ein historisches Foto zeigt einen Motivwagen auf dem Gelände der damaligen Geistinger Brauerei Wilhelm Saurbier – ein für einen Brauereibesitzer durchaus passender Name. Nicht nur in den größeren Ortsteilen, sondern auch in den umliegenden Dörfern war Karneval fest verankert. Eine Veranstaltungsübersicht aus der Hennefer Volkszeitung von vor rund 100 Jahren belegt, dass nahezu jeder Ort bemüht war, eine eigene Feier oder Sitzung auf die Beine zu stellen. Bemerkenswert ist zudem, dass der Karneval im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen jener Zeit keine reine Männerdomäne war. Während Gesangs- und Turnvereine lange männlich geprägt waren, spielten Frauen im Karneval früh eine aktive Rolle. Davon zeugt unter anderem ein Foto der Gesellschaft „Heiterkeit“ aus Bröl aus dem Jahr 1938.
Mit der neuen Reihe möchte das Stadtarchiv künftig regelmäßig besondere Aspekte der Stadtgeschichte vorstellen – mal passend zur Jahreszeit, mal mit kuriosen Entdeckungen oder mit Themen, die zum Nachdenken anregen. Das Stadtarchiv freut sich zudem über Hinweise und Unterstützung aus der Bürgerschaft. Wer noch alte Fotos, Dokumente oder Erinnerungsstücke besitzt oder etwas zu den gezeigten Motiven beitragen kann, wird gebeten, sich beim Stadtarchiv Hennef zu melden: per E-Mail an stadtarchiv@hennef.de oder telefonisch unter 02242 / 888540. Jede Information hilft, die Geschichte der Stadt lebendig zu halten und für kommende Generationen zu bewahren.









