
01 Sep. Spatenstich für die Hennefer Fahrradstation
FAQ zur Radstation – siehe unten



(dmg) Der ADFC Hennef brachte die Idee 2016 erstmals auf dem Tisch, nun wird sie Wirklichkeit: Am 1. September hat Bürgermeister Mario Dahm mit einem Spatenstich auf dem Place Le Pecq das Startsignal für den Bau der Fahrradstation am Bahnhof Hennef gegeben. In der Tiefgarage der Fahrradstation entstehen 392 gesicherte Abstellplätze. Im Gebäude ist Platz für eine Fahrradwerkstatt und einen Fahrradhandel sowie ein öffentlich zugängliches, barrierefreies WC. Der Bau wird nach einem Beschluss des Bundestages aufgrund der Richtlinie zur Förderung innovativer Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland im Rahmen des Förderprogramms „Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen“ vom Bundesministerium für Verkehr gefördert. Die Höhe der Zuwendung beträgt 3,668 Millionen Euro, das entspricht rund 90 Prozent der Kosten. Projektträger ist das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM). Zum symbolischen Baustart war denn auch Andreas Marquardt, Radverkehrsbeauftragter im Bundesverkehrsministerium, und Daniela Hannemann, Leiterin des BALM-Referats Nachhaltige Mobilitätsentwicklung, nach Hennef gekommen.
Seitens der Stadt waren unter anderen der Beigeordnete Michael Walter, Planungsamtsleiterin Gertraud Wittmer und die Leiterin der Förderabteilung Anke Trockfeld zugegen. Außerdem mit dabei: Architekt Andreas Roll (slb architekten und Ingenieure), vom ADFC Uli Wilke, der 2016 den ersten Konzeptenwurf für eine Hennefer Radstation verfasst hat, und der Hennefer ADFC-Sprecher Klaus Wagner, Mitglieder des Stadtrates sowie Vertreter der zuständigen Ämter und des beauftragten Bauunternehmens.
Mit der Baustelleneinrichtung und dem Rückbau des Platzes wurde das Hennefer Unternehmen Kuttenkeuler Hoch- und Tiefbau beauftragt. Die Architekten rechnen mit Baukosten von 4,278 Millionen Euro und einer Bauzeit bis Frühjahr 2027. Für die Baumaßnahme wird nicht in den Straßenraum eingegriffen, so dass keine Behinderungen im Straßenverkehr oder dem Bahnhofsbetrieb zu erwarten sind.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder würdigt das Hennefer Vorhaben ausdrücklich: „In Hennef haben Bürgerinnen und Bürger schon bald die Möglichkeit, ihr Fahrrad oder E-Bike sicher am Bahnhof abzustellen und bequem mit öffentlichem Personenverkehr weiterzureisen. Das neue Fahrradparkhaus lässt Bahn und Rad im Alltag der Menschen näher zusammenwachsen. Das reibungslose Ineinandergreifen beider Verkehrsmittel ist ein wichtiger Schritt für die klimafreundliche Mobilität in Deutschland.“
Dahm: „Zentraler Baustein der Verkehrswende in Hennef“
„Ich freue mich“, so Bürgermeister Mario Dahm, „dass wir endlich mit dem Bau der Fahrradstation beginnen können. Die Fahrradstation ist eine innovative Kombination aus Abstellanlage und Service-Angebot und in eine Gesamtkonzeption von Radpendlerrouten und Fahrradstraßen in Hennef eingebunden, um das Pendeln mit dem Fahrrad und den Umstieg auf Bus und Bahn attraktiver zu machen. Zudem wird der stark versiegelte Place le Pecq durch die nachhaltige Bauweise, eine ansprechende, offene und helle Gestaltung der Fahrradstation mit Sichtholzfassade und extensiver Dachbegrünung sowie der Begrünung der Platzfläche städtebaulich aufgewertet. Eine Photovoltaikanlage versorgt das Gebäude mit Strom.“
Von der Humperdinckstraße wird eine Rampe in die voll automatisierte, gesicherte und videoüberwachte Abstellanlage führen. Es wird sechs Plätze für Spezialräder und rund 75 Schließfächer für Fahrradzubehör geben. In einem besonders gesicherten Bereich stehen 44 kostenpflichtige Plätze zur Verfügung.
Weiter sagte Dahm: „Die Fahrradstation ist ein zentraler Baustein der Verkehrswende in unserer Stadt, der durch die große finanzielle Unterstützung des Bundes überhaupt ermöglicht wird. Im Sinne des einstimmig vom Stadtrat beschlossenen Masterplan Mobilität stärken wir damit die Alternativen zum Autoverkehr, um mehr Verkehr vom Auto auf Fuß-, Rad- oder Nahverkehr zu verlagern und den Verkehrskollaps in zentralen Lagen zu verhindern sowie Nachhaltigkeitsziele im Sinne des Klimaschutzes zu erreichen. Davon profitieren nicht nur die direkten, fahrradfahrenden Nutzerinnen und Nutzer, sondern alle in unserer Stadt.“
Entwicklung des Projektes
Die Fahrradstation beruht auf einer Konzeptidee des ADFC Hennef aus dem Jahr 2016. Im Februar 2022 beauftragte der Ausschuss für Stadtplanung und Wohnen einstimmig eine Machbarkeitsstudie mit mindestens zwei Varianten für eine Fahrradstation auf dem Place Le Pecq. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurde eine Bedarfsermittlung inklusive einer Reisendenbefragung durch ein Fachplanungsbüro durchgeführt, die den konkreten Bedarf nachweist und die passgenaue Dimensionierung der Station ermöglichte. Im September 2022 entschied sich der Ausschuss für Stadtplanung und Wohnen für die teilweise unterirdische Variante. Nachdem der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags die Förderung des Projektes beschlossen hatte, wurde die Planungsleistung europaweit ausgeschrieben. Mit der Objektplanung wurde das erfahrene Fachbüro slb_architekten und ingenieure aus Boppard beauftragt. Die Tragwerksplanung wurde an die imagine structure GmbH aus Köln und die Fachplanung Gebäudetechnik an das Ingenieurbüro Amelung & Reydt aus Wuppertal vergeben.
Im Januar 2025 konnte die Verwaltung dem Bauausschuss dann die Entwurfsplanung vorstellen, der die Stadtverwaltung beauftragte, die Ausführungsplanung zu erstellen und die Baumaßnahme auszuschreiben und zu vergeben.
Der Bahnhof Hennef verzeichnet täglich rund 9.800 Ein- und Ausstiege in die Bahn sowie 7.800 in Busse. Schon heute erreichen viele Henneferinnen und Hennefer den Bahnhof mit dem Fahrrad, sodass der Bedarf mit den vorhandenen offenen Fahrradständern und den Mietboxen – insbesondere für teure E-Fahrräder – nicht gedeckt werden kann. Nachdem vor Jahren mit dem Park&Ride-Parkhaus und dessen Erweiterung kostenloser Parkraum für Autos geschaffen wurde, soll nun mit der Fahrradstation auch ein angemessenes Angebot für Radfahrende entstehen.
FAQ zur Radstation
Was ist die Fahrradstation?
Die Fahrradstation entsteht auf dem Place Le Pecq direkt am Bahnhof Hennef. Das Gebäude besteht aus zwei Teilen und kombiniert eine Fahrradabstellanlage mit einem Service-Angebot rund ums Rad.
Unter dem Platz entsteht eine gesicherte Fahrradabstellanlage für 392 Fahrräder mit Einfahrt direkt von der Fahrradstraße und Ausgang in die Bahnhofsunterführung. Die Ausfahrt erfolgt über die bestehende Rampe getrennt vom Fußverkehr ebenfalls direkt auf die Fahrradstraße. Über ein automatisiertes und überwachtes System ist die Fahrradabstellanlage jederzeit zugänglich. Diese funktioniert im Prinzip wie eine klassische Tiefgarage für Autos. Es gibt zudem sechs Stellplätze für Spezialräder, einen besonders gesicherten Abstellbereich und 75 Schließfächer etwa für Helme.
Auf dem bisher stark versiegelten Platz entsteht ein attraktiv gestaltetes Gebäude für einen Fahrradhandel/eine Fahrradwerkstatt sowie eine öffentliche, barrierefreie Toilette. Beim Gebäude wird auf Nachhaltigkeit geachtet mit einer Sichtholzfassade, extensiver Dachbegrünung sowie Photovoltaikanlage. Das Gebäude ist gegen Starkregenereignisse geschützt.
Warum braucht es eine Fahrradstation?
Der Rat der Stadt Hennef hat mit dem Masterplan Mobilität einstimmig beschlossen, nachhaltige Mobilität in Hennef zu fördern und den Radverkehr sowie auch den Öffentlichen Personennahverkehr zu stärken. Dies hilft, Stau, Lärm und umweltschädliche Immissionen zu reduzieren, den Verkehrskollaps in zentralen Lagen zu vermeiden und die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Die Fahrradstation soll das Pendeln mit dem Rad zum Bahnhof einfacher und attraktiver machen. Dafür ist sie in eine Gesamtkonzeption mit Radpendlerrouten und Fahrradstraßen eingebunden. Durch die gesicherte Abstellanlage entstehen vor Witterung, Vandalismus und Diebstahl geschützte Abstellplätze, die heute in dieser Form am Bahnhof Hennef fehlen und nicht in ausreichender Menge durch freistehende Boxen hergestellt werden können.
Mit dem Service-Angebot (Fahrradhandel/-werkstatt) auf dem Place Le Pecq wird eine bestehende Angebotslücke in der Hennefer Innenstadt geschlossen und der Standort gestärkt. Zusammen mit der Abstellanlage entsteht eine sinnvolle Kombination.
Wie wurde der Bedarf ermittelt?
Im Vorfeld wurde eine genaue Bedarfsermittlung durchgeführt. Zunächst lag eine Bedarfsermittlung der Fachverwaltung vor, die auf Zählungen von abgestellten Fahrrädern im Bahnhofsumfeld beruhte. Der Ausschuss für Stadtplanung und Wohnen beauftragte daraufhin eine Machbarkeitsstudie von einem Fachplanungsbüro, um den aktuellen und künftigen Bedarf an Stellplätzen zu ermitteln. Hierzu wurde u. a. eine Reisendenbefragung am Bahnhof Hennef durchgeführt. Dabei wurde u. a. festgestellt, dass besonders auf geschützte Abstellplätze wertgelegt wird, um künftig auf das Fahrrad umzusteigen.
Der Bahnhof Hennef hat rund 9.800 Pendlerinnen und Pendler täglich. Hinzu kommen rund 7.800 Einstiege in die Busse. Der Bahnhof Hennef ist damit der zentrale Mobilitätspunkt in Hennef. Rund 30.000 Menschen leben in einer relativ kurzen Entfernung zum Bahnhof Hennef, die die Nutzung des Fahrrads/E-Bikes attraktiv und möglich macht. Die Fahrradstation ist mit 392 Stellplätzen geplant.
Bei der Dimensionierung wurde Wert darauf geachtet, auch künftige Bedarfe decken zu können, wenn die Fahrradstation die Attraktivität des Radpendelns und damit die Nutzerzahlen steigert.
Welche Kosten sind für Planung und Bau vorgesehen?
Die aktuelle Kostenberechnung durch das beauftragte Architekturbüro liegt bei 4,278 Mio. Euro. Dabei ist zu berücksichtigen, dass für die reine Abstellplätze nur ein Teil der Kosten anfällt. Der andere Teil entfällt auf den Gebäudeteil.
Der Bau wird nach einem Beschluss des Bundestages aufgrund der Richtlinie zur Förderung innovativer Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland im Rahmen des Förderprogramms „Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen“ vom Bundesministerium für Verkehr gefördert. Die Höhe der Zuwendung beträgt 3,668 Mio. Euro. Das ist eine der höchsten Zuwendungen, die bundesweit verteilt wurden.
Können die Fördermittel auch anders verwendet werden?
Nein. Der Bund fördert die Fahrradstation in Hennef als bundesweit modellhaftes Projekt für andere Städte mit 90 Prozent der beantragten Kosten. Diese Mittel sind zweckgebunden und können nicht für andere Projekte in Hennef verwendet werden.
Wenn die Fahrradstation nicht gebaut wird, müssen die Mittel in Höhe von 3,67 Mio. Euro an den Bund zurückgezahlt werden und fließen nicht in die Hennefer Infrastruktur. Gleichzeitig sind durch die Beschlüsse des Rates bereits rund 600.000 Euro für Planungsleistungen angefallen, die dann in jedem Fall voll aus dem städtischen Haushalt zu tragen wären.
Welche Gebühren fallen für die Nutzung an?
Über die Nutzungsgebühren entscheidet der Rat der Stadt Hennef. Aus Sicht der Verwaltung sollte die normale Nutzung der Fahrradabstellanlage gebührenfrei sein, da auch das Auto-Parkhaus für ÖPNV-Nutzer*innen kostenfrei zur Verfügung steht und eine Ungleichbehandlung der Förderung des Radverkehrs entgegenstünde. Für einige besonders gesicherte Stellplätze kann künftig eine Gebühr erhoben werden.
Welche laufenden Kosten entstehen durch die Fahrradstation?
Bei der Fahrradabstellanlage handelt es sich um ein vollautomatisiertes System, sodass kein Personal vorgesehen ist. Es fallen künftig Kosten u. a. für Reinigung, Versicherung und Gebäudeunterhaltung an, vergleichbar dem Auto-Parkhaus an der Humperdinckstraße. Durch die Nutzung von erneuerbarer Energie werden die Energiekosten geringgehalten. Derzeit ist insgesamt von rund 50.000 Euro im Jahr auszugehen. Dementgegen stehen auch Mieteinnahmen für den städtischen Haushalt aus der Vermietung des Gebäudes für Fahrradhandel/-werkstatt.
Was passiert mit den Bäumen auf dem Place Le Pecq?
Die Bäume auf dem Place Le Pecq, die im Baufeld der Fahrradstation stehen, werden nicht gefällt, sondern durch den Baubetriebshof auf andere öffentliche Grünflächen umgepflanzt. Nach dem Bau der Fahrradstation werden neun neue Bäume auf dem Place le Pecq gepflanzt.
Woher stammen Idee und Entscheidungen?
Die Fahrradstation geht zurück auf einen Vorschlag des ADFC Hennef aus dem Jahr 2016. Zu Beginn der ablaufenden Wahlperiode des Rates wurde die Idee erneut aufgegriffen und ist ebenfalls Teil des Masterplan Mobilität der Stadt Hennef. Im Februar 2022 entschied der Ausschuss für Stadtgestaltung und Wohnen einstimmig, eine Machbarkeitsstudie mit zwei Varianten zu erstellen. Im September 2022 entschied sich der Ausschuss mehrheitlich für die teils unterirdische Variante auf dem Place Le Pecq.
Die zwischenzeitlich diskutierte Variante von Fahrradständern im Park&Ride-Parkhaus an der Humperdinckstraße wurde dabei verworfen. Aufgrund der Deckenhöhe sind keine Doppelstockanlagen im Parkhaus möglich, sodass eine große Fläche an PKW-Stellplätzen wegfallen würde. Zudem existiert keine getrennte Zu- und Abfahrt für Fahrräder und Autos, sodass es unentwegt zu Gefährdungssituationen kommt. Um eine gesicherte Nutzung durch eine getrennte Zufahrt herzustellen sowie für die auch im vorhandenen Parkhaus erforderliche Abstelltechnik fallen ebenfalls hohe Kosten an. Eine Förderung aus dem Bundesprogramm in der Kombination Abstellanlage und Service-Angebot kann dafür nicht erfolgen. Ein Service-Angebot (Fahrradhandel/-werkstatt) ist im Park&Ride-Parkhaus nicht möglich. Aus diesem Grund hat sich der Rat mehrheitlich dafür entschieden, den städtischen Eigenanteil für die Fahrradstation bereitzustellen.
Mit der Objektplanung wurde nach europaweiter Ausschreibung das erfahrene Fachbüro slb_architekten und ingenieure aus Boppad beauftragt. Die Tragwerksplanung wurde an die imagine structure GmbH aus Köln und die Fachplanung Gebäudetechnik an das Ingenieurbüro Amelung & Reydt aus Wuppertal vergeben. Im Januar 2025 hat der Bauausschuss des Rates die Entwurfsplanung beschlossen und die Verwaltung beauftragt, die Ausführungsplanung zu erstellen und die Baumaßnahme auszuschreiben und zu vergeben. Der Spatenstich fand am 1. September 2025 statt.
Mit welcher Bauzeit wird gerechnet?
Der Spatenstich erfolgte am 1. September 2025. Es wird mit einer Fertigstellung im Frühjahr 2027 gerechnet.
Gibt es Einschränkungen durch die Baustelle?
Durch die Baustelle ist der Place Le Pecq im Bereich des Baufelds nicht nutzbar. Die Baustelle schränkt die Nutzbarkeit und Erreichbarkeit des Bahnhofs nicht ein. Die Zugänge sind frei und in den Verkehrsraum wird nicht eingegriffen.
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Beitrag vom 1.9.2025




