Bekämpfung der Herkulesstaude in Hennef 2018

Der Saft der Herkulesstaude verursacht Verbrennungen auf der Haut des Menschen.

Der Saft der Herkulesstaude verursacht Verbrennungen auf der Haut des Menschen.

(10.4.2018, ms) Die Herkulesstaude oder Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), deren Saft Verbrennungen beim Menschen verursachen kann und deren Dominanzbestände zu Verdrängung der heimischen Flora führt, ist mittlerweile vielen als invasive Problempflanze bekannt. Die Pflanze wurde als imposante Gartenzierpflanze eingeführt und hat sich mittlerweile selbständig verbreitet. Sie ist im Rhein-Sieg-Kreis inzwischen nicht nur an vielen Stellen entlang der Sieg und der Agger, sondern auch an kleineren Nebenbächen, an Straßen, Waldrändern und Grünflächen zu finden. Aufgrund der Gesundheitsgefahren versucht man ihre expansive Ausbreitung einzudämmen.

Auf dem Hennefer Stadtgebiet führt die Stadt Hennef seit 2009 Maßnahmen zur Bekämpfung der Herkulesstaude durch und investiert jährlich finanzielle Mittel bis 10.000 Euro. Auf öffentlichen Flächen wird die Herkulesstaude vom Baubetriebshof oder einem beauftragten Gartenbaubetrieb entfernt. Allein im letzten Jahr wurden an 1.155 Standorten rund 5.000 Pflanzen beseitigt. Mit Erfolg: Im Hennefer Stadtgebiet tritt die Staude aufgrund der Maßnahmen in deutlich geringerer Zahl auf, als beispielsweise an der oberen Sieg. Durch das Sieghochwasser, Bodenbewegungen oder im Boden befindliches Saatgut kann es aber immer wieder zu einem erneuten Aufkeimen kommen.
Ab dem Jahr 2017 findet die Bekämpfung aufkommender Herkulesstauden in sogenannten Naturschutzfachlich bedeutsame Flächen durch den Rhein-Sieg-Kreis (Untere Naturschutzbehörde) statt. Dazu gehören in Hennef der Großteil der ufernahen Bereiche entlang der Sieg, die Siegwiesen sowie der Dondorfer See.

Wer selbst aktiv bei der Eindämmung der lästigen und nicht ungefährlichen Pflanze mithelfen möchte, kann sich beim Umweltamt der Stadt Hennef, Jörn Lohmann, Telefon: 02242/888 304, E-Mail: Joern.Lohmann(at)hennef.de melden. Engagiert hat sich in den letzten Jahren zum Beispiel der Verein „Natur- und Angelfreunde Stein-Stadt Blankenberg“.

Die nachhaltige Bekämpfungsmethode ist die Beseitigung aller ober- und unterirdischen Pflanzenteile. Dies erfordert allerdings sorgsames Vorgehen mit Schutzkleidung. Der Pflanzensaft verursacht auf der Haut Verbrennungen mit Schwellungen und Blasen. Jeglicher Hautkontakt mit der Pflanze sollte dringend vermieden werden!

Eine Eindämmung der Pflanzen erfolgt normalerweise per Hand mit Spaten oder einem ähnlichen Gerät. Dabei soll der Riesenbärenklau möglichst im Rosettenstadium, also vor der Blüte, ausgegraben werden. Der obere Wurzelstock wird mindestens 15 Zentimeter tief mit einem Spaten ausgestochen. Wichtig ist, dass die Hauptwurzeln komplett durchtrennt werden. Damit die Pflanze nicht wieder nachwächst, müssen die Pflanzenteile aus dem Boden gezogen und entsorgt werden. Die Entsorgung wird so vorgenommen, dass keine Samen oder vermehrungsfähigen Pflanzenteile in die Umwelt geraten. Auch bei älteren Pflanzen ist ein Abschneiden der Pflanze einschließlich der Entfernung der Wurzeln am wirksamsten.

Eigentümer privater Flächen, auf denen die Herkulesstaude Fuß fassen konnte, sind selber für deren Beseitigung verantwortlich. Bei größeren Beständen wurden sie in den letzten Jahren vom Umweltamt der Stadt Hennef mit der Bitte kontaktiert, die auf ihren Grundstücken stehenden Pflanzen zu beseitigen. Eine solche Beseitigung kann allerdings nur empfohlen, aber nicht angeordnet oder ordnungsrechtlich durchgesetzt werden.

Weitere Infos zur Herkulesstaude gibt im Internet unter:
http://www.rhein-sieg-kreis.de/cms100/buergerservice/aemter/amt67/artikel/13666/